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Symbolbild, KI-generiert

SpaceX Aktie: 65 MHz für Mobilfunk-Offensive

SpaceX kündigt Hybridnetz gegen US-Telekomriesen an, während die Starship-Bergung scheitert. Analysten bleiben bei der Bewertung tief gespalten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Hybrides Mobilfunknetz gegen US-Konzerne
  • Starship-Bergung scheitert an rauer See
  • Analysten uneins über Kursziele
  • Aktie steigt trotz Monatsverlust

Während die SpaceX-Aktie nach dem Ablauf der Sperrfrist für Insider-Verkäufe am vergangenen Donnerstag kräftig zulegte, rücken zwei andere Entwicklungen in den Fokus: der geplante Angriff auf den US-Mobilfunkmarkt und ein gescheiterter Bergungsversuch der Starship-Rakete auf hoher See. Beide Themen zeigen, wie weit SpaceX seine Wetten inzwischen über das klassische Raumfahrtgeschäft hinaus gestreut hat – und wie unterschiedlich die Wall Street die Erfolgsaussichten einschätzt.

Angriff auf Verizon, AT&T und T-Mobile

Beim Earnings-Call am 4. August kündigte SpaceX ein hybrides Mobilfunknetz an, das Starlink-Satelliten mit terrestrischen Kleinzellen kombiniert. Ziel ist die direkte Konkurrenz zu Verizon, AT&T und T-Mobile. Das Unternehmen hat dafür 65 MHz Spektrum von EchoStar erworben, zusammen mit der bestehenden Partnerschaft mit T-Mobile stehen damit rund 70 MHz zur Verfügung. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell bezeichnete den künftigen Dienst mit den geplanten V2-Satelliten, die ab 2027 zum Einsatz kommen sollen, als „hundertmal besser“. Elon Musk selbst sprach von einer Netzabdeckung, die potenziell besser und breitbandiger sei als klassische Mobilfunknetze. Der adressierbare US-Markt für drahtlose Kommunikation wird auf etwa 600 Milliarden Dollar jährlich taxiert – ein Betrag, der die milliardenschweren Investitionen des Unternehmens erklärt, aber auch das Risiko unterstreicht, falls das Vorhaben nicht aufgeht.

Rückschlag bei der Starship-Bergung

Parallel dazu meldete Indian Express einen Rückschlag im Raumfahrtgeschäft: Das Oberstadium der Starship-Rakete aus dem 13. Testflug war am 24. Juli im Indischen Ozean vor Westaustralien niedergegangen und blieb zunächst intakt. Der Versuch, es aus dem Wasser zu bergen, scheitert jedoch an rauer See. Musk erklärte am Donnerstag vergangener Woche, die Bergung „sehe nicht gut aus“. Aufnahmen von Hitzeschild und Triebwerken aus der Nähe liegen inzwischen vor. Beim Earnings-Call zuvor hatte Musk das Hitzeschild-Problem noch als gelöst bezeichnet. Immerhin setzte die Mission 20 Starlink-V3-Satelliten erfolgreich aus. Der nächste Testflug, Nummer 14, wird noch vor Ende August erwartet.

Wall Street bleibt tief gespalten

Die Kursbewegungen der vergangenen Woche haben die Debatte um die richtige Bewertung neu entfacht. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas bekräftigte sein Overweight-Rating und sieht ein Kursziel von 300 Dollar – mehr als die Hälfte davon begründet er mit dem KI-Geschäft von SpaceX. Das Unternehmen verfügt laut seinen Angaben über rund 100 Milliarden Dollar an Barmitteln und einen Auftragsbestand von 47,5 Milliarden Dollar; das Management peilt bis Jahresende einen annualisierten Umsatz von 100 Milliarden Dollar an.

Auf der Gegenseite stehen deutlich skeptischere Stimmen. Der Investor James Foord beschreibt die Aktie als binäre Wette: Geht die KI-Strategie auf, hält er 250 Dollar pro Aktie für gerechtfertigt, scheitert sie, sieht er das Papier bei 25 Dollar. Noch schärfer positioniert sich Peter Andersen von Andersen Capital Management, der die Aktie leerverkauft und laut TheStreet betont, selbst eine mögliche Fusion mit Tesla würde die grundlegenden Probleme von SpaceX nicht lösen. Der Analystenkonsens liegt mit 24 Kauf-, fünf Halte- und zwei Verkaufsempfehlungen klar auf der optimistischen Seite, das durchschnittliche Kursziel beträgt 229,54 Dollar.

Am deutschen Markt spiegelt sich die Nervosität in der Kursbewegung wider: Am Freitag schloss die Aktie bei 115,14 Euro, ein Plus von 15,66 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 11,24 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die grundsätzliche Skepsis vieler Anleger trotz der jüngsten Erholung nicht verschwunden ist. Zwischen den Extremszenarien von Jonas und Foord dürfte sich zeigen, welches Lager am Ende richtig lag.

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