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SpaceX Aktie: 35 Prozent Verlust in 30 Tagen

SpaceX-Aktie verliert binnen eines Monats über ein Drittel ihres Wertes. Ein gescheiterter Raketentest und die drohende Freigabe gesperrter Aktien belasten den Kurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurssturz von 35 Prozent seit Börsengang
  • Starship-Testflug 13 vorzeitig abgebrochen
  • Leerverkaufsquote steigt auf 30 Prozent
  • Lock-up-Frist für Milliarden Aktien naht

Am Freitag schloss die Aktie bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent zum Vortag. Binnen 30 Tagen hat das Papier fast 35 Prozent verloren und notiert nur noch 0,99 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, das am 17. Juli 2026 markiert wurde. Von der Rekordbewertung, die der Raumfahrtkonzern beim Börsengang am 12. Juni erzielte, ist wenig übrig geblieben.

Starship-Panne verstärkt den Ausverkauf

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle war ein gescheiterter Raketentest. Am 16. Juli 2026 brach SpaceX den 13. Testflug seines Starship-Systems in letzter Sekunde ab, weil vier der Raptor-Triebwerke nicht zündeten. Zwei Triebwerke müssen ausgetauscht werden, ein neuer Versuch ist für den 20. Juli angesetzt. Es war bereits der zweite Test der V3-Version des Systems, nachdem Flug 12 im Mai mit einer fehlgeschlagenen Landung der Boosterstufe geendet war. Insgesamt liegt die Erfolgsquote von Starship-Testflügen laut Berechnungen bei 58 Prozent, sieben von zwölf Versuchen verliefen erfolgreich. Für SpaceX steht viel auf dem Spiel: Die NASA setzt für die Mondlandung im Rahmen von Artemis IV, angepeilt für 2028, auf das System, während Blue Origin als Konkurrent um dieselben Missionen wirbt. Unmittelbar vor dem Abbruch hatte SpaceX allerdings mit einer Falcon-9-Mission für die Space Development Agency einen erfolgreichen Start hingelegt und 21 Satelliten ins All gebracht.

An der Börse zeigte sich die Nervosität deutlich: An mehreren Handelstagen in Folge fiel die Aktie unter den Ausgabepreis von 135 US-Dollar, zuletzt wurden Tiefststände von 122,12 US-Dollar erreicht. Die Marktkapitalisierung schrumpfte von einem Spitzenwert von 2,64 Billionen US-Dollar am 16. Juni auf rund 1,63 Billionen US-Dollar – ein Verlust von gut einer Billion Dollar binnen weniger Wochen. SpaceX-Gründer Elon Musk verlor damit rechnerisch seinen Status als Trillionär, und der Konzern rutschte unter den wertvollsten börsennotierten Unternehmen von Platz vier auf Platz neun ab.

Leerverkäufer wittern Gewinne, Analysten uneins

Die Kursschwäche hat Spekulanten angezogen. Der Anteil leerverkaufter Aktien am Streubesitz kletterte auf rund 30 Prozent, Leerverkäufer sollen bereits Buchgewinne von 4 Milliarden US-Dollar realisiert haben. Zusätzlichen Druck erzeugt die anstehende Lock-up-Frist: Nach Vorlage der Quartalszahlen für das zweite Quartal, erwartet Anfang August, dürfen rund 900 Millionen bislang gesperrte Aktien erstmals gehandelt werden – ein potenzieller Angebotsüberhang, den der Markt bereits einpreist. Auch am Anleihemarkt zeigt sich Skepsis: Die Rendite einer 30-jährigen SpaceX-Anleihe stieg von 6,7 auf 7,4 Prozent, der Preis fiel auf 91 Prozent des Nennwerts, während sich die Kreditausfallversicherung (CDS) auf 158 Basispunkte ausweitete. Erst im Zuge des Börsengangs hatte SpaceX eine Anleihe über 25 Milliarden US-Dollar platziert.

Unter den Analysten herrscht ausgeprägte Uneinigkeit über den fairen Wert. Morningstar sieht den fairen Wert bei lediglich 63 US-Dollar, deutlich unter dem aktuellen Niveau. MoffettNathanson bewertet die Aktie neutral mit einem Kursziel von 131 US-Dollar. Am anderen Ende der Skala steht Raymond James mit einer Strong-Buy-Einstufung und einem Kursziel von 800 US-Dollar. Der Analystenkonsens liegt bei 235,34 US-Dollar, rund 80 Prozent der erfassten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Steve Sosnick von Interactive Brokers hatte die Marktreaktion auf den gescheiterten Testflug öffentlich eingeordnet, ohne die grundlegende Investmentthese infrage zu stellen.

Fundamental verweisen Befürworter vor allem auf das Satelliteninternet-Geschäft Starlink, das 2025 rund 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 63 Prozent und mehr als 10 Millionen Abonnenten erzielte. Kritiker halten dagegen, dass der Konzern 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar auswies und das Kurs-Umsatz-Verhältnis selbst nach dem Kursrutsch bei etwa dem Hundertfachen liegt. Der nächste Starship-Test am 20. Juli dürfte zeigen, in welche Richtung sich diese Debatte in den kommenden Wochen verschiebt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.