Noch zwei Tage bis zur Preisfestsetzung — und SpaceX steht vor dem womöglich größten Börsengang aller Zeiten. Am 12. Juni 2026 sollen die Aktien unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq den Handel aufnehmen. Das Volumen: 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar. Macht zusammen rund 75 Milliarden Dollar.
Rekordnachfrage trifft Bewertungsskepsis
Das institutionelle Orderbuch ist bereits überzeichnet. Die Nachfrage übersteigt 10 Milliarden Dollar. Banken wollen die institutionellen Orders nach Börsenschluss am 10. Juni schließen, die finale Preisfestsetzung folgt am 11. Juni.
Die Bewertung gibt allerdings Anlass zur Diskussion. Morningstar taxiert SpaceX per Discounted-Cashflow-Analyse auf 780 Milliarden Dollar — rund 48 Prozent unter der zuletzt gehandelten privaten Bewertung von 1,5 Billionen Dollar. Der IPO-Preis würde das Unternehmen auf 1,7 bis 1,8 Billionen Dollar bewerten. Marktbeobachter sprechen von einer „reichlich ambitionierten“ Bewertung.
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis läge beim Ausgabepreis bei rund 92 — deutlich höher als bei den meisten hoch bewerteten S&P-500-Titeln. Kein Schnäppchen.
Verluste, Musk-Kontrolle und Mittelverwendung
SpaceX verbuchte 2025 einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar. Das Geschäftsmodell ist kapitalintensiv — Raketen und Satellitennetzwerke kosten. Den IPO-Erlös will das Unternehmen in den Ausbau seiner KI- und Raketeninfrastruktur sowie das Starlink-Mobile-Satellitennetz stecken.
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CEO Elon Musk behält durch seine Class-B-Aktien 82,4 Prozent der Stimmrechte. Externe Aktionäre kaufen sich damit wirtschaftlich ein — strategisch bleibt Musk am Steuer.
Nasdaq-100-Aufnahme schon nach 15 Handelstagen?
Für den Markt hätte ein SpaceX-Listing weitreichende Folgen. Eine neue Nasdaq-Regelung vom 1. Mai 2026 ermöglicht einen beschleunigten Einstieg in den Nasdaq-100 — bereits nach 15 Handelstagen. Das würde Index-Fonds zwingen, SpaceX-Aktien zeitnah nach dem Börsenstart zu kaufen. Dieser Mechanismus könnte die Kursentwicklung in den ersten Wochen erheblich beeinflussen.
Historisch gesehen halten IPO-Hypes selten, was sie versprechen. Viele Börsengänge performen langfristig schwächer als der Markt. Bei SpaceX kommt die Kombination aus operativen Verlusten, extremer Bewertung und konzentrierter Stimmrechtsmacht hinzu. Die Preisfestsetzung am 11. Juni wird zeigen, ob die Nachfrage den Ausgabepreis trägt — oder ob Banken nachjustieren müssen.
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