Startseite » Industrie » SpaceX Aktie: 1,6 Milliarden für 18 Falcon-9-Starts

SpaceX Aktie: 1,6 Milliarden für 18 Falcon-9-Starts

Ein neuer Space-Force-Vertrag über 1,6 Milliarden Dollar gibt der SpaceX-Aktie Auftrieb und bremst den jüngsten Abwärtstrend vor den Quartalszahlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenauftrag für 18 Falcon-9-Starts
  • Aktie erholt sich um über drei Prozent
  • Quartalszahlen am 4. August erwartet
  • Lock-up-Freigabe könnte Verkaufsdruck bringen

SpaceX hat sich einen neuen Milliardenauftrag des Pentagon gesichert und damit den jüngsten Ausverkauf der Aktie zumindest kurzfristig gestoppt. Die US Space Force vergab am Mittwoch zwei Aufträge im Volumen von 1,6 Milliarden Dollar für 18 Falcon-9-Starts, wie unter anderem Aviation Week, GovCon Wire und Reuters übereinstimmend berichteten. Die Missionen sollen bis Ende 2027 vom Vandenberg Space Force Base aus starten und Satelliten für das Programm „Space-Based Sensing and Targeting“ ins All bringen, das der Erkennung und Verfolgung von Luftbedrohungen dient.

Der Auftrag lief unter der sogenannten NSSL Phase 3 Lane 1 und wurde nach Angaben mehrerer Fachmedien binnen nur zwei Monaten vergeben – ein für Rüstungsbeschaffung ungewöhnlich schnelles Tempo. Nach Angaben von GovCon Wire hatte die Space Force die Obergrenze für Lane 1 erst kürzlich von 5,6 auf 17 Milliarden Dollar angehoben, was künftig weiteren Spielraum für ähnliche Aufträge schafft. SpaceX hatte bereits im Mai zwei größere Kontrakte gewonnen: 4,16 Milliarden Dollar für das Satellitensystem SB-AMTI und 2,29 Milliarden Dollar für ein Datennetzwerk. Insgesamt kommt SpaceX damit laut mehreren Berichten im laufenden Jahr auf mindestens sieben Milliarden Dollar an Pentagon-Aufträgen – ein Teil davon steht im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Raketenabwehrprogramm „Golden Dome“, dessen Gesamtvolumen auf rund 185 Milliarden Dollar taxiert wird.

Rüstungsgeschäft als Kontrapunkt zur schwachen Kursentwicklung

Der neue Auftrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem SpaceX an der Börse unter Druck steht. Die Aktie war zuvor auf ein Rekordtief gefallen, bevor die Nachricht über den Space-Force-Vertrag für eine Gegenbewegung sorgte. Im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 101,26 Euro und legt am heutigen Donnerstag um 3,12 Prozent zu. Damit bewegt sich der Kurs nur noch 7,55 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief, was die Nähe zu den jüngsten Verlusttagen unterstreicht. Konkurrenten wie United Launch Alliance und Blue Origin kämpfen unterdessen mit technischen Problemen bei ihren eigenen Trägerraketen, was SpaceX bei künftigen Vergaben zusätzlich begünstigen dürfte.

Parallel zum Milliardenauftrag startete SpaceX in der Nacht zum Donnerstag von Cape Canaveral aus die Mission NROL-95 für das National Reconnaissance Office – nach Angaben von Spaceflight Now bereits die dritte Mission dieser Art unter einem 2024 vergebenen NSSL-Phase-2-Kontrakt. Die eingesetzte Falcon-9-Erststufe mit der Kennung B1096 absolvierte dabei ihren siebten Flug und landete anschließend erfolgreich auf der Landezone LZ-2, was in Teilen Zentralfloridas einen hörbaren Überschallknall auslöste.

Blick auf die kommenden Wochen

Anleger richten den Blick nun auf die ersten Quartalszahlen von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen, die für den 4. August angekündigt sind. Kurz danach, ab dem 6. August, werden im Zuge einer Lock-up-Freigabe zusätzliche Aktien aus dem Besitz von Frühinvestoren handelbar – ein Ereignis, das nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnte. Firmenchef Elon Musk äußerte sich in diesem Zusammenhang optimistisch zu den technischen Perspektiven des Unternehmens: Die Kosten für den Hitzeschild des Starship-Raumschiffs sollten künftig deutlich unter 100 Dollar pro Kilogramm Nutzlast sinken, eine bemannte Marsmission hält er in fünf bis sieben Jahren für möglich.

Der frische Rüstungsauftrag liefert damit ein positives Gegengewicht zu den Unsicherheiten rund um Bewertung und Kursentwicklung, ändert aber nichts an den bevorstehenden Belastungsproben der Aktie. Ob der Schub durch den Space-Force-Vertrag über die Berichtssaison hinaus trägt, dürfte sich erst nach den Zahlen vom 4. August und der Lock-up-Freigabe zwei Tage später zeigen.

Anzeige

SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SpaceX

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.