SpaceX hat die Verkaufswelle nach den Zahlen zum zweiten Quartal überwunden. Der Kurs schloss am Mittwoch bei 126,50 Euro und legte damit 9,5 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 27 Prozent zu Buche – ein deutliches Signal, dass Anleger die anfängliche Panik über steigende Ausgaben inzwischen neu bewerten.
Vom Rekordtief zur Kehrtwende
Die Geschichte der vergangenen zwei Wochen liest sich wie eine Achterbahnfahrt. Am 3. August markierte die Aktie laut Barron’s ein Rekordtief, erholte sich aber noch im selben Handelstag.
Zwei Tage später kam der eigentliche Einbruch: Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zum zweiten Quartal 2026 fiel der Kurs laut CNBC um 13 Prozent, weil Anleger negativ auf einen massiven Anstieg der Ausgaben für Künstliche Intelligenz reagierten. Auch das Wall Street Journal beschrieb den Ausverkauf als Reaktion auf die hohen Investitionssummen.
Danach kippte die Stimmung. Medienberichten zufolge sprang der Kurs am 7. August um 15,83 Prozent und legte auf Wochensicht um 22,8 Prozent zu. Am 8. August schloss die Aktie bei 133,11 Dollar, begleitet von einem Handelsvolumen von 242,1 Millionen Aktien – der größte Tagesgewinn seit dem Börsendebüt im Juni.
Am 12. August kletterte der Kurs intraday um 4,2 Prozent auf 138,93 Dollar und erreichte im Handelsverlauf 141,67 Dollar, nachdem CNBC den Anstieg als Teil eines breiteren Stimmungsumschwungs nach den Quartalszahlen einordnete.
Der Widerspruch bleibt bestehen
Bemerkenswert ist, dass sich die Erzählung binnen weniger Handelstage komplett gedreht hat: Dieselben KI-Ausgaben, die den Kurs Anfang August auf Talfahrt schickten, gelten inzwischen offenbar als Wachstumssignal statt als Warnzeichen.
Zwischenzeitlich hatte am 11. August ein weiterer Rücksetzer die Erholung unterbrochen – der Kurs fiel um 4,5 Prozent auf 132,57 Dollar, weil Investoren auf die bevorstehende Sperrfristauflösung am 20. August blickten, durch die rund 320 Millionen Aktien handelbar werden könnten.
Der bereits abgelaufene Ablauf einer früheren Sperrfrist vor gut einer Woche hatte die Aktie seither um 27,1 Prozent steigen lassen – ein Kontext, der die aktuelle Volatilität mit erklärt, aber nicht mehr der eigentliche Treiber der jüngsten Kursbewegung ist.
Was die Kennzahlen zeigen
Mit einem RSI von 58 notiert die Aktie im neutralen Bereich, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent unterstreicht jedoch, wie nervös der Handel bleibt.
Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, erreicht im Juni, fehlen der Aktie derzeit noch 35 Prozent – ein Abstand, der zeigt, dass die Erholung der vergangenen Tage die Verluste aus dem Ausverkauf nach den Quartalszahlen erst teilweise ausgeglichen hat.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Auf der einen Seite steht ein Unternehmen, dessen Ausgabendisziplin bei Investoren umstritten ist, auf der anderen eine Aktie, die binnen weniger Handelstage zwischen Rekordtief und kräftiger Erholung pendelte. Die kommende Sperrfristauflösung am 20. August dürfte zeigen, ob das zusätzliche Angebot an Aktien die jüngste Rally erneut bremst.
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