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SpaceX Aktie: 1,37 Milliarden Aktien werden frei

Fehlgeschlagener Raketentest und drohende Lockup-Welle belasten SpaceX-Papier schwer.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt auf Wochensicht um 14,78 Prozent
  • Starship-Flug 13 abgebrochen
  • Lockup-Frist endet am 6. August
  • KI-Sparte schreibt tiefrote Zahlen

Juli hat die SpaceX-Aktie tief in die Verlustzone gedrückt. Zum Wochenschluss fiel das Papier um 5,39 Prozent auf 108,40 Euro und rutschte damit nur knapp über sein 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, das erst am 17. Juli markiert wurde – der Abstand dazu beträgt gerade einmal 0,99 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 14,78 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 34,80 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni, trennen die Aktie mittlerweile 44,26 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 1.438,88 Milliarden Euro.

Starship-Abbruch belastet, Anleger warten auf nächsten Versuch

Der abgebrochene Flug 13 der Starship-Rakete löste den jüngsten Ausverkauf aus. Ein neuer Startversuch war für Montag, den 20. Juli, angesetzt. Der Vorfall traf eine Aktie, die bereits unter Druck stand: Seit ihrer Aufnahme in den Nasdaq-100 am 7. Juli hatte das Papier rund 17 Prozent verloren. SpaceX war am 12. Juni 2026 zu einem Preis von 135 US-Dollar an die Börse gegangen und hatte in der Spitze am 16. Juni bei 225,64 US-Dollar notiert, bevor der Kurs unter den Ausgabepreis rutschte.

Milliardenschwere Lockup-Welle rückt näher

Anleger blicken zunehmend auf den 6. August, wenn SpaceX seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen vorlegt. Mit dem Bericht endet eine Haltefrist, die bis zu 1,37 Milliarden Aktien für den Handel freigibt. Konkret werden rund 911,5 Millionen Aktien im Gegenwert von etwa 123 Milliarden US-Dollar handelbar. Eine zweite Tranche von 455,8 Millionen Aktien im Wert von rund 62 Milliarden US-Dollar wird nur dann frei, wenn der Kurs an mindestens fünf von zehn Handelstagen bei 175,50 US-Dollar oder darüber notiert – eine Marke, die angesichts der aktuellen Kursschwäche derzeit fern liegt. Leerverkäufer haben die Entwicklung genutzt: Nach Berechnungen des Analysehauses S3 Partners saßen Shortseller zuletzt auf einem Buchgewinn von rund 5 Milliarden US-Dollar, bei einer Leerverkaufsquote von etwa 30 Prozent des Streubesitzes.

Zahlen zeigen tiefrote KI-Sparte neben profitablem Starlink

Die Geschäftszahlen offenbaren ein zweigeteiltes Bild. Für 2025 wies SpaceX einen Umsatz von 18,674 Milliarden US-Dollar bei einem Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar aus. Das Starlink-Geschäft steuerte davon 11,387 Milliarden US-Dollar Umsatz bei und erzielte einen operativen Gewinn von 4,423 Milliarden US-Dollar. Die KI-Sparte dagegen verbuchte einen operativen Verlust von 6,355 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 4,7 Milliarden US-Dollar, der Verlust bei 4,3 Milliarden US-Dollar – nahezu so hoch wie der gesamte Jahresverlust 2025. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate lag bei minus 19,8 Milliarden US-Dollar, die Gesamtverschuldung bei 60,5 Milliarden US-Dollar, nachdem das Unternehmen eine Anleihe über 25 Milliarden US-Dollar platziert hatte.

Wall Street setzt auf KI-Infrastruktur statt reines Raumfahrtgeschäft

Trotz der Kursverluste bleiben viele Analysten optimistisch – ihre Argumentation stützt sich zunehmend auf das KI-Geschäft von SpaceX. Das Unternehmen vermietet nach Berichten des Wirtschaftsmagazins Fortune ungenutzte Rechenkapazität aus seinem Colossus-Rechenzentrumskomplex und diversifiziert damit über Raketen und Satelliten hinaus. Laut dem Wall Street Journal verhandelt SpaceX zudem mit dem US-Verteidigungsministerium über einen milliardenschweren Vertrag zur Bereitstellung von Cloud-Rechenkapazität für KI-Modelle – ein möglicher weiterer Baustein neben bestehenden Vereinbarungen mit Google und Anthropic. Piper Sandler startete die Coverage dennoch mit einem neutralen Votum und einem Kursziel von 156 US-Dollar, verwies dabei explizit auf die anstehenden Lockup-Fristen und die Unsicherheit rund um eine mögliche Tesla-Übernahme. Evercore votiert dagegen mit Kaufen, Morgan Stanley nennt ein Kursziel von 225 US-Dollar, während Raymond James mit 800 US-Dollar am oberen und Stifel mit 190 US-Dollar am unteren Ende der Analystenspanne liegt. Der Durchschnitt von 37 Analysten liegt bei 234,78 US-Dollar. Ob diese Zielmarken erreichbar sind, dürfte sich maßgeblich am Bericht vom 6. August entscheiden – dem ersten öffentlichen Blick in die Bücher seit dem Börsengang.

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Diskussion zu SpaceX

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.