SpaceX geht in das Wochenende mit einem neuen Thema für Investoren: Der Konzern soll Pläne für einen eigenen Mobilfunkdienst unter der Marke Starlink für US-Verbraucher kommuniziert haben. Parallel dazu liefen offenbar Gespräche mit dem Kabelanbieter Charter Communications über eine gemeinsame Mobilfunklösung. Das gibt der Aktie nach einer turbulenten Börsenwoche zumindest eine neue Erzählung.
Starlink als Mobilfunkanbieter?
Laut Reuters, unter Berufung auf die Financial Times, hat SpaceX Investoren mitgeteilt, einen Starlink-Mobilfunkdienst für US-Konsumenten zu planen. Das brächte das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu Verizon, AT&T und T-Mobile. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell soll beim IPO-Roadshow-Gespräch ein eigenes Starlink-Endkundenprodukt erwähnt haben. Obendrein prüfe SpaceX den Aufbau eines eigenen terrestrischen Mobilfunknetzes in den USA.
Eine zweite Meldung, diesmal unter Berufung auf Bloomberg News, berichtet von Gesprächen auf Führungsebene zwischen SpaceX und Charter Communications. Charter könnte dabei einen Teil des SpaceX-Mobilfunkverkehrs über seine eigene Internetinfrastruktur abwickeln. Beide Unternehmen haben sich nicht offiziell geäußert.
Starlink wächst schnell — und das ist der Kern
Die Zahlen aus dem Börsenprospekt zeigen, warum Investoren aufhorchen. SpaceX zählte zum 31. März 2026 rund 10,3 Millionen Starlink-Abonnenten in 164 Märkten. Das ist eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert von 5,0 Millionen. Der Dienst für Mobilgeräte erreichte bereits etwa 7,4 Millionen monatlich aktive Geräte in rund 30 Ländern.
Hinzu kommt die technische Perspektive. SpaceX plant, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 die nächste Satellitengeneration — die sogenannten V3-Satelliten mit einem Terabit Downlink-Kapazität pro Einheit — per Starship zu starten. Ein einziger Starship-Start könnte bis zu 60 dieser Satelliten transportieren. Das entspräche einer bis zu zwanzigfachen Steigerung der Downlink-Kapazität im Vergleich zu einem Falcon-9-Start.
Kurs unter Druck, Unterstützung bei 150 Dollar
Die Aktie schloss am Freitag bei 153,23 Dollar — ein minimales Plus von 0,15 Prozent für den Tag. Die Wochenbilanz sieht deutlich schlechter aus. Am 18. Juni notierte das Papier noch bei 185,00 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 17 Prozent innerhalb einer Handelswoche.
Gegenüber dem IPO-Preis von 135 Dollar liegt die Aktie noch etwa 13,5 Prozent im Plus. Allerdings notiert sie rund 4,8 Prozent unter dem Schlusskurs des ersten Handelstages vom 12. Juni, der bei 160,95 Dollar lag.
Technisch hat sich die Zone um 150 Dollar als kurzfristige Unterstützung etabliert. Das Wochentief lag bei 147,11 Dollar am 23. Juni. Nach oben hin scheiterte die Aktie mehrfach an der Marke von 160 Dollar. Intraday-Hochs von 160,65, 159,86 und 165,50 Dollar in den letzten drei Handelstagen markieren den ersten Widerstandsbereich. Ein weiterer Referenzpunkt liegt bei 176,75 Dollar — dem Intraday-Hoch vom Montag.
Bewertung und Analystenbild
Die Marktkapitalisierung lag am Freitag bei rund 2,02 Billionen Dollar. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Hoch von 2,66 Billionen Dollar vom 16. Juni, aber noch über dem IPO-Niveau von 1,77 Billionen Dollar.
Das Analysten-Coverage baut sich erst auf. Zehn Analysten vergaben bislang ein Konsens-Rating von „Buy“ mit einem durchschnittlichen Zwölf-Monats-Kursziel von 187,80 Dollar. Argus Research startete die Beobachtung am 26. Juni mit einem „Hold“-Rating — ohne Kursziel.
Ob SpaceX den Schritt in den US-Massenmarkt für Mobilfunk tatsächlich vollzieht und ob Charter dabei als Partner fungiert, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Die Starlink-Abonnentenzahlen und der geplante V3-Satellitenstart per Starship im zweiten Halbjahr 2026 werden zeigen, ob das Wachstumstempo anhält.
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