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SpaceX: 192 Millionen Aktien shortiert

SpaceX-Aktie fällt nach Börsengang unter Druck. Leerverkäufer wittern Gewinne, während Starship-Panne und Quartalszahlen die Unsicherheit verstärken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch von 45 Prozent seit Rekordhoch
  • Shortquote erreicht bis zu 49 Prozent
  • Starship-Testflug musste abgebrochen werden
  • Erster Quartalsbericht am 4. August erwartet

Nach sieben aufeinanderfolgenden Verlusttagen markierte das Papier am 20. Juli 2026 ein neues Tief, bevor sich am Dienstag eine Gegenbewegung zeigte. Aktuell notiert die Aktie bei 106,52 Euro und legt im Tagesvergleich um 1,49 Prozent zu. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 10,70 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das den erst im Juni vollzogenen Börsengang zunehmend unter Druck setzt. Der Relative-Stärke-Index von 34,5 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin.

Leerverkäufer bauen Milliardenwette auf

Im Zentrum der aktuellen Marktdynamik steht eine wachsende Zahl von Shortsellern. Nach Angaben von S3 Partners haben Leerverkäufer rund 192 Millionen Aktien shortiert, etwa 30 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes. Seit dem Kursrutsch von 45 Prozent gegenüber dem Rekordhoch sitzen sie auf Papiergewinnen von mehr als 5 Milliarden Dollar. Andere Datenanbieter kommen auf noch höhere Quoten: Der Datendienst Ortex bezifferte den Anteil ausgeliehener Aktien zeitweise auf 49 Prozent des Streubesitzes, mit unrealisierten Gewinnen von 8,7 Milliarden Dollar. Analysten von KeyBanc erwarten, dass die anstehende Lockerung der Insider-Sperrfristen rund um die Quartalszahlen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnte.

Die SpaceX-Aktie war am 12. Juni 2026 zu 135 Dollar an die Börse gegangen und hatte kurz danach bei 225,64 Dollar ihr bisheriges Hoch erreicht – verbunden mit einer Bewertung von mehr als 2,6 Billionen Dollar. Seither ist der Börsenwert um über eine Billion Dollar geschrumpft. Zeitweise fiel das Papier unter den Ausgabepreis, zuletzt wurde es bei 119,85 Dollar gehandelt.

Starship-Panne verschärft die Nervosität

Verschärft wurde die Verkaufswelle durch einen fehlgeschlagenen Startversuch der Rakete Starship. Der für den 16. Juli geplante 13. Testflug wurde abgebrochen, weil mehrere Raptor-Triebwerke nicht zündeten – nach ersten Angaben versagten vier von 33 Triebwerken. Zwei der betroffenen Triebwerke werden nun ausgetauscht. SpaceX visiert für den nachgeholten Start mittlerweile den 23. Juli an, mit einem 90-minütigen Startfenster ab dem späten Nachmittag Ortszeit von Starbase, Texas. Die Mission soll 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation ins All bringen und erstmals eine Wiederzündung eines Raptor-Triebwerks im Weltraum testen. Ergänzend musste am 20. Juli auch ein Falcon-9-Start mit 24 Starlink-Satelliten von Vandenberg in letzter Sekunde abgebrochen werden – die Ursache blieb zunächst unklar, ein neuer Versuch war für den 21. Juli angesetzt.

ARK Invest kauft, Analysten uneins

Während Shortseller auf fallende Kurse setzen, greift Cathie Wood zu: Ihre Investmentgesellschaft ARK Invest kaufte am 20. Juli rund 170.600 SpaceX-Aktien für 20,5 Millionen Dollar zum Kurs von 119,85 Dollar – ein Kauf, der die Position zur sechstgrößten im ARK-Innovationsfonds macht. Seit dem Börsengang hat ARK damit insgesamt mehr als 475 Millionen Dollar in das Papier investiert. Gegenläufig äußerte sich der Investor Whitney Tilson, der die Aktie beim 92-Fachen des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate als überbewertet einstuft.

Auch unter den Analystenhäusern gehen die Einschätzungen auseinander: Wells Fargo bewertet die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 230 Dollar, deutlich über dem aktuellen Niveau.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Richtungsweisend dürfte der 4. August werden, wenn SpaceX nach Börsenschluss seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen vorlegt. Im ersten Quartal 2026 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar ausgewiesen, ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 1,1 Milliarden Dollar. Größter Wachstumstreiber bleibt Starlink mit mittlerweile 10,3 Millionen Abonnenten und einem Umsatzplus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die KI-Sparte um Grok und xAI weiterhin hohe Verluste einfährt. Für das Gesamtjahr 2025 hatte SpaceX einen Fehlbetrag von 4,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Quartalsbericht gilt zugleich als Auslöser für die erste Freigabe gesperrter Insider-Aktien – ein Ereignis, das den ohnehin volatilen Handel in den kommenden Wochen weiter befeuern dürfte.

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Diskussion zu SpaceX

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.