Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Tschechiens verarbeitendes Gewerbe im Dezember 2024 erstmals seit Mai 2022 wieder Wachstum verzeichnet, gerät die deutsche und europäische Industrie weiter unter Druck. Das zeigen die jüngsten Einkaufsmanagerindizes von S&P Global, die zwischen dem 4. und 15. Dezember erhoben wurden.
Der S&P Global Czechia Manufacturing PMI kletterte im Dezember auf 50,4 Punkte, nachdem er im November noch bei 48,0 gestanden hatte. Damit liegt der Index erstmals seit einem halben Jahr wieder über der entscheidenden Marke von 50 Punkten – die Schwelle zwischen Expansion und Schrumpfung. Die tschechischen Hersteller meldeten erstmals seit vier Monaten wieder steigende Auftragseingänge, während die Exportverkäufe bereits den zweiten Monat in Folge zulegten.
Jobwunder in Tschechien
Besonders bemerkenswert: Die tschechischen Industrieunternehmen stockten ihre Belegschaften auf – und zwar zum ersten Mal seit 39 Monaten. Die Einstellungsrate erreichte das höchste Tempo seit Mai 2022. Primär wurden Vollzeitkräfte eingestellt, um die gestiegenen Produktionsanforderungen zu bewältigen. „Die Dezember-PMI-Daten signalisierten einen optimistischeren Jahresabschluss“, kommentierte Siân Jones, Principal Economist bei S&P Global Market Intelligence.
Die Inputkosten stiegen zwar im schnellsten Tempo seit Mai – getrieben durch höhere Preise für Metalle, Magnete und Holz. Dennoch schwächte sich die Verkaufspreisinflation ab, da die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wollten. Das Geschäftsklima verbesserte sich auf ein Dreimonatshoch.
Deutschland beschleunigt Talfahrt
Ganz anders das Bild in Deutschland: Der S&P Global Manufacturing PMI sank im Dezember auf 47,0 Punkte, nachdem er im November noch 48,2 erreicht hatte. In der ersten Veröffentlichung war sogar noch ein Wert von 47,7 ermittelt worden – die endgültigen Daten fielen also noch schwächer aus. Die Produktion ging erstmals seit zehn Monaten zurück, hauptsächlich wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche. Der Rückgang, der vor allem auf geringere Exportumsätze zurückzuführen ist, führte zu weiteren Kürzungen bei Beschäftigung, Einkaufsmengen und Vormateriallagern.
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Auch die gesamte Eurozone-Industrie verstärkte ihre Talfahrt: Der S&P Global Eurozone Manufacturing PMI fiel auf 48,8 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 49,6 gelegen hatte. Die erste Veröffentlichung hatte noch 49,2 Zähler ergeben – auch hier wurden die Daten nach unten korrigiert.
Schwächster Auftragseingang seit fast einem Jahr
Die Eurozone-Industrie verzeichnete erstmals seit Februar wieder einen Produktionsrückgang. Die neuerliche Nachfrageschwäche sorgte für den stärksten Auftragsrückgang seit knapp einem Jahr. Das geschah trotz reduzierter Verkaufspreise – während die Einkaufspreise so kräftig zulegten wie seit 16 Monaten nicht mehr. Die Schere zwischen Kosten und Erlösen öffnet sich damit weiter.
Für S&P Global als Datenanbieter zeigen die divergierenden Entwicklungen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Europa deutlich auf. Während kleinere mitteleuropäische Märkte wie Tschechien erste Erholungstendenzen aufweisen, kämpfen die großen Industrienationen Deutschland und die Eurozone insgesamt mit strukturellen Problemen und schwacher Exportnachfrage.
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