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S&P 500: Treasury-Rückkäufe steigen auf 4 Milliarden

US-Finanzministerium verdoppelt Anleihenrückkäufe, was die Renditen senkt und den S&P 500 um 1,2 Prozent unter sein Rekordhoch hebt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Renditeanstieg durch Rückkaufprogramm gestoppt
  • Fed-Protokolle deuten auf weitere Zinserhöhungen
  • Halbleiterwerte unter Druck, Energie stark
  • Analysten sehen S&P 500 bei 9.000 Punkten

Der S&P 500 hat am Mittwoch seine dreitägige Verlustserie beendet und schloss bei 7.723,48 Punkten. Auslöser für die Erholung war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Liquidität am Anleihenmarkt durch deutlich ausgewitete Rückkäufe von Staatsanleihen zu stützen. Zuvor hatten sprunghaft angestiegene Renditen die Aktienmärkte weltweit unter Druck gesetzt und insbesondere Wachstumswerte belastet.

Treasury-Intervention bremst Renditeanstieg

Das US-Finanzministerium gab am Mittwoch bekannt, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren massiv aufzustocken.

Ab dem 9. September bis zum 4. November wird das Volumen pro Operation von zuvor 2 Milliarden US-Dollar auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Liquidität in Sektoren mit starker Nachfrage zu erhöhen und die Volatilität am Rentenmarkt zu begrenzen.

Die Reaktion an den Märkten erfolgte unmittelbar: Die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen, die am Dienstag noch ein Niveau von 5,33 Prozent und damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2007 erreicht hatte, fiel am Mittwoch um fast zehn Basispunkte.

Laut Reuters sank die 10-jährige Rendite auf etwa 4,65 Prozent, nachdem sie zuvor bei fast 4,75 Prozent notiert hatte. Dieser Rückgang bei den Finanzierungskosten nahm den Verkaufsdruck von den Aktienmärkten, wodurch der S&P 500 nun lediglich 1,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.

Fed-Protokolle und Tech-Volatilität

Trotz der Stabilisierung bleibt die Unsicherheit über den künftigen Zinskurs der US-Notenbank bestehen. Die gestern veröffentlichten Protokolle der Juli-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) zeigten, dass eine Mehrheit der Teilnehmer weitere Zinserhöhungen in Betracht zieht, sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als erwartet.

Drei Mitglieder stimmten bereits bei der vergangenen Sitzung gegen das Beibehalten der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent und plädierten für eine Anhebung.

Diese falkenhaften Töne hatten am Dienstag zunächst für einen Ausverkauf gesorgt, der vor allem den Technologiesektor traf. Insbesondere Halbleiterwerte wie Nvidia und Micron mussten deutliche Verluste hinnehmen. Der Energie-Sektor konnte sich diesem Trend hingegen entziehen und erreichte zeitweise ein Allzeithoch, gestützt durch Rohölpreise der Sorte Brent von über 91 US-Dollar pro Barrel.

Medienberichten zufolge belasten zudem Sorgen über steigende Defizite und die Finanzierung von KI-Investitionen das Marktumfeld, wobei Schätzungen von Goldman Sachs zufolge die KI-Investitionen im Jahr 2026 die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten könnten.

Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial

Ungeachtet der kurzfristigen Turbulenzen äußern sich namhafte Analysehäuser optimistisch für den weiteren Jahresverlauf. Julian Emanuel von Evercore ISI prognostiziert, dass der S&P 500 innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Ziel von 9.000 Punkten erreichen könnte. Er sieht derzeit keine Anzeichen für eine Blasenbildung am Markt.

Auch Ryan Detrick von der Carson Group rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinn des Index von 15 bis 18 Prozent und empfiehlt Anlegern weiterhin Positionen in den Bereichen Technologie, Finanzen und Industrie.

Der breite US-Markt weist eine robuste Verfassung auf und verbucht seit Jahresanfang ein Plus von 13 Prozent. Während die Volatilität laut dem VIX-Index zuletzt auf Jahrestiefstände gesunken ist, warnen Strategen von BTIG vor einer saisonalen Schwächephase, die statistisch oft von Mitte August bis Mitte Oktober auftritt.

Dennoch bleibt die fundamentale Unterstützung durch starke Gewinnwachstumszahlen im dritten Quartal, die laut FactSet über 50 Prozent liegen könnten, ein zentrales Argument für die Bullen am Markt.

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Diskussion zu S&P 500

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.