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S&P 500: Ölschock trifft Rekordserie

Der S&P 500 schließt leichter, während der Ölpreis nach Trumps widersprüchlichen Iran-Aussagen stark anzieht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • S&P 500 gibt nach Ölpreissprung nach
  • Energiewerte legen zu, Airlines verlieren
  • Broadcom und Apple schließen Chip-Deal
  • Blick auf Zwischenwahlen und Bewertung

Erst erklärt US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran für beendet, drohte mit neuen Angriffen „heute Nacht“ – dann rudert er Stunden später zurück und hält eine neue Eskalation für unwahrscheinlich. Diese Kehrtwende spiegelt sich in den US-Kursen wider: Der S&P 500 rutschte ab, die Verluste blieben aber moderater, als der Ölpreis-Sprung hätte erwarten lassen.

Am Nachmittag, kurz nach Trumps Äußerungen beim Nato-Gipfel in Ankara, brach der Index zeitweise deutlicher ein. US-Rohöl-Futures schossen um mehr als sieben Prozent nach oben, nachdem das US-Zentralkommando neue Angriffe auf über 80 Ziele im Iran bestätigt hatte und die iranischen Revolutionsgarden im Gegenzug Attacken auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait beanspruchten. Zum Handelsschluss stand der S&P 500 bei 7.477 Punkten, ein Rückgang von knapp einem halben Prozent. Der Dow Jones verlor rund ein Prozent auf 52.395 Zähler und beendete damit vorerst seinen jüngsten Rekordlauf, während der technologielastige Nasdaq 100 mit 29.175 Punkten nahezu unverändert blieb.

Öl treibt Energiewerte, Airlines geraten unter Druck

Die Reaktion an den Aktienmärkten fiel branchenspezifisch sehr unterschiedlich aus. Chevron und ConocoPhillips profitierten vom Ölpreisanstieg und legten jeweils um etwa ein Prozent zu. Fluggesellschaften wie American Airlines, Delta Air Lines und United Airlines gerieten dagegen unter Druck und verloren bis zu 3,6 Prozent – höhere Treibstoffkosten drücken direkt auf die Margen der Branche.

Abseits der Geopolitik sorgte eine Vereinbarung zwischen Broadcom und Apple für Aufsehen. Der Chip-Hersteller soll für mehr als 30 Milliarden Dollar über 15 Milliarden Chips in den USA für den iPhone-Konzern produzieren, Broadcom-Aktien legten um 5,7 Prozent zu. Deutlich schlechter erging es FuelCell Energy: Die Aktie brach um mehr als zehn Prozent ein, nachdem das Wasserstoff-Unternehmen eine Kapitalerhöhung zunächst auf 200 und kurz darauf auf 225 Millionen Dollar ausgeweitet hatte. Navitas Semiconductor verlor 6,3 Prozent, nachdem Konkurrent Wolfspeed eine Patentklage vor einem Bezirksgericht in Delaware eingereicht hatte.

Bewertung bleibt Argument für Optimisten

Unabhängig von der Nahost-Lage richtet sich der Blick zunehmend auf die zweite Jahreshälfte. Barclays verweist in einer aktuellen Einschätzung auf ein historisches Muster: In Zwischenwahljahren fällt die Performance des S&P 500 typischerweise im Spätsommer am schwächsten aus, bevor nach der Wahl eine spürbare Erholung einsetzt – angeführt meist von Technologiewerten. Als Basisszenario für die Wahlen im November nennt die Bank ein geteiltes Regierungssystem, was tendenziell für weniger politische Unsicherheit sorgen dürfte. Mit einer Bewertung von rund dem 20-Fachen der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne liege der Index zudem spürbar unter seinen Mehrjahresdurchschnitten – ein Rücksetzer wäre aus Sicht der Bank eher eine Kaufgelegenheit als ein Warnsignal.

Der nächste konkrete Test folgt bereits am Freitag: Delta Air Lines legt vor Handelsbeginn Quartalszahlen vor, die Optionsmärkte preisen eine Kursschwankung von rund sechs Prozent ein. Die Zahlen dürften erste Hinweise liefern, wie stark die erneute Nahost-Eskalation Reisenachfrage und Treibstoffkosten der Branche tatsächlich belastet.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.

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