Nach dem schwachen Freitag hat sich Wall Street zum Wochenstart erholt. Der S&P 500 legte um 0,4 Prozent auf 7.690,73 Punkte zu. Die Technologiewerte führten die Gegenbewegung an, nachdem der Nasdaq zuvor auf den tiefsten Schlusskurs seit einem Monat gefallen war.
Tech-Werte stabilisieren sich
Der Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 26.430,89 Punkte, schloss aber deutlich unter dem Tageshoch. Der Dow Jones gab dagegen leicht um 0,1 Prozent auf 51.966,03 Punkte nach. Bei den Marktbeobachtern kursiert die Einschätzung, dass Schnäppchenjäger die Erholung mitgetragen haben könnten.
Der Index für Computer-Hardware sprang um 2 Prozent nach oben, nachdem er am Freitag auf ein Zweimonatstief gefallen war. Halbleiterwerte zogen ebenfalls an: Der Philadelphia Semiconductor Index gewann 1,6 Prozent.
Außerhalb der Technologie überzeugten Einzelhandelswerte. Der entsprechende Dow-Jones-Index stieg um 2,2 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Telekomaktien verloren dagegen 2 Prozent. Auch Versorger, Broker und Fluggesellschaften gaben nach und bremsten den breiten Markt.
Cramer zieht Parallele zu 1987
In der Vorwoche hatte der S&P 500 knapp 2 Prozent verloren, der größte Wochenverlust seit Ende Juni. Der Nasdaq büßte 4,5 Prozent ein und beendete eine Gewinnserie von vier Wochen. Besonders Chip- und Rechenzentrumswerte gerieten unter Druck, obwohl sich die Fundamentaldaten der Unternehmen nicht erkennbar verschlechtert hatten.
TV-Moderator Jim Cramer sieht darin ein Muster wie beim Crash von 1987. Damals trieben automatische Verkäufe die Kurse, obwohl die Firmen solide dastanden. Er vermutet, dass auch diesmal die Zwangsliquidation eines Hedgefonds den Freitag verschärft haben könnte. Bestätigt ist das nicht. Sein Rat: Anleger sollten unterscheiden, ob eine Aktie wegen schwächerer Geschäfte fällt oder wegen Marktmechanik.
Zinsen und Immobilienmarkt bremsen
Die Stimmung der US-Hausbauer trübte sich stärker ein als erwartet. Der NAHB-Index fiel im Oktober auf 29 Punkte, Ökonomen hatten 31 erwartet. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2012.
Am Anleihemarkt stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 4,4 Basispunkte auf 5,142 Prozent. Europas Börsen schlossen klar im Minus, der DAX verlor 1,2 Prozent.
Ob die Erholung hält, zeigt sich an der Tech-Schwäche der Vorwoche: Der Nasdaq-Schlusskurs vom Freitag, das Monatstief, markiert nun die nächste Referenzlinie für den Index.
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