Der Index hat am Donnerstag kräftig zugelegt und sich damit deutlich von seinem Monatstief vom Dienstag entfernt. Der Auslöser sitzt in Washington: Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte in einem Interview, er tendiere dazu, die Leitzinsen auf der kommenden Sitzung unverändert zu lassen, sollten die Daten der nächsten zwei Wochen weiter auf nachlassenden Preisdruck hindeuten.
Die Reaktion an den Terminmärkten fiel deutlich aus. Die von der CME Group erfasste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung sank von 63,2 auf 50,3 Prozent. Parallel gaben die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nach, nachdem sie zuvor auf ihrem höchsten Schlussstand seit über einem Jahr geschlossen hatten. Fallende Renditen nehmen dem Markt Druck – genau das trieb die Kurse am Donnerstag an.
Einzelwerte sorgen für Ausschläge
Unter den Sektoren legten Software-Titel und Broker-Aktien besonders zu. Snowflake sprang nach überraschend starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick kräftig nach oben. Auch Goldminenwerte profitierten von steigenden Edelmetallpreisen.
Nicht alle Werte im Index liefen mit. Broadcom verlor nach Quartalszahlen mehrere Prozentpunkte, weil der Ausblick trotz starker KI-Nachfrage hinter den hohen Erwartungen zurückblieb. Hewlett Packard Enterprise traf ein ähnliches Schicksal wegen eines schwächer als erwarteten Umsatzwachstums. Ultragenyx Pharmaceutical brach deutlich ein, nachdem ein Medikament in einer Phase-III-Studie sein primäres Studienziel verpasst hatte.
Blick auf den Arbeitsmarkt
Die eigentliche Weichenstellung folgt an diesem Freitag. Der US-Arbeitsmarktbericht für August gilt als entscheidender Indikator für den weiteren Zinskurs der Fed. Ökonomen erwarten einen Stellenzuwachs von 55.000 nach einem Rückgang im Juli, während die Arbeitslosenquote leicht auf 4,2 Prozent steigen soll.
Marktbeobachter warnen, dass die aktuelle Ruhe an den Börsen fragil bleibt. Sollten Ölpreise, Renditen und Zinserwartungen gleichzeitig wieder anziehen, dürfte die bisherige Widerstandsfähigkeit der Anleger auf die Probe gestellt werden.
Fällt der Bericht schwächer aus als erwartet, stärkt das die Argumente für eine abwartende Fed – ein robuster Arbeitsmarkt bei gleichzeitig hartnäckiger Inflation würde dagegen die Falken im Notenbank-Rat bestärken.
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