Vier Verlusttage in Folge, ein Index unterhalb seiner 200-Tage-Linie, dazu Sorgen um Öl und Zinsen — und dann reicht schon eine Inflationszahl, die exakt den Erwartungen entspricht, um die Stimmung zu drehen. Der S&P 500 startete am Freitag mit einem Anstieg von 0,9 Prozent auf 7.659 Punkte in den Handel, nachdem er am Vortag noch auf 7.591 Zähler gefallen war.
Die US-Verbraucherpreise legten im August wie erwartet um 3,4 Prozent im Jahresvergleich zu — unverändert gegenüber dem Vormonat. Für sich genommen ist das kein Grund zur Erleichterung, denn der Wert bleibt für die Notenbank Fed zu hoch.
Viele Marktbeobachter sehen darin sogar die Bestätigung, dass die Fed bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche den Leitzins anheben wird. Dass die Börsen trotzdem zulegten, lag vor allem am Ölpreis: Die Notierungen gaben um mehr als drei Prozent nach, nachdem Berichte über mögliche Gespräche zur Durchfahrt durch die Straße von Hormus die Runde machten.
Charttechnik zeigt Warnsignale
Der Rücksetzer der vergangenen Tage hatte Spuren hinterlassen. Der Index war am Donnerstag unter seine 200-Tage-Linie bei rund 7.653 Punkten gerutscht und hatte damit ein charttechnisches Kopf-Schulter-Muster vollendet — ein klassisches Signal für Verkäufer. Der Relative-Stärke-Index rutschte zeitweise auf einen Wert von rund 29 und damit deutlich in überverkauftes Terrain, was üblicherweise Erholungsversuche wahrscheinlicher macht.
Auf Unternehmensseite lieferte der Softwaresektor gegensätzliche Signale. Adobe geriet nach Quartalszahlen unter Druck, weil der Umsatzausblick trotz starken Wachstums im KI-Geschäft enttäuschte — die Aktie konnte ihre Anfangsverluste im Tagesverlauf aber wieder aufholen.
Oracle sprang nach überzeugenden Zahlen zunächst um bis zu acht Prozent, ehe die Gewinne im Handelsverlauf wieder schmolzen. Neue KI-Cloud-Verträge im Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar sorgten zunächst für Euphorie, ein deutlicher Anstieg der Investitionsausgaben dämpfte sie aber wieder.
Die großen Technologiewerte zogen den Markt breiter mit. Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Nvidia gewannen zwischen 0,8 und 2,4 Prozent und glichen damit die Schwankungen bei den Software-Titeln mehr als aus.
Die kommende Woche dürfte für den Index richtungsweisend werden. Mit der Fed-Zinsentscheidung steht ein Termin an, der über den charttechnisch angeschlagenen Zustand hinweghelfen oder die Kopf-Schulter-Warnung erst recht bestätigen könnte.
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