Der S&P 500 kämpft sich zurück. Nach dem scharfen Rücksetzer Anfang Juni zeigt der Index Stabilisierung – bei 7.386,65 Punkten. Das ist ein Minus von knapp zwei Prozent in der letzten Woche. Doch der Abstand zum Rekordhoch von 7.618,07 Punkten ist mit rund drei Prozent noch überschaubar.
Eine Zahl treibt Anleger um: der Arbeitsmarkt.
Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Jobs – deutlich mehr als erwartet. Die Folge: Die Inflation bleibt bei 3,8 Prozent hartnäckig hoch. Die FedWatch-Daten zeigen jetzt eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen kletterte auf 4,54 Prozent.
Kein Wunder, dass viele Anleger defensive Positionen aufbauen. Kapital fließt aus den Tech-Werten in Konsumgüter und Versorger. Der gleichgewichtete S&P 500 verlor beim jüngsten Ausverkauf nur 1,4 Prozent – die Mega-Caps traf es härter.
Die KI-Wette der Großbanken
Trotz dieser Gegenwinde: Die institutionellen Anleger bleiben optimistisch. Citigroup hat sein Jahresendziel für den S&P 500 auf 8.100 Punkte angehoben – von 7.700. Die Begründung: ein „Superzyklus“ bei den Investitionen in Künstliche Intelligenz. Die Bank erwartet einen Gewinn je Aktie von 350 Dollar im Jahr 2026 und 400 Dollar im Jahr 2027.
UBS zog nach und setzt das Ziel auf 7.900 Punkte. Die Bewertung sei zwar mit dem 21-fachen der Gewinne hoch, heißt es. Aber das durch KI getriebene Wachstum der Rechenzentren bleibe ein starkes Fundament für die schwergewichtigen Indexmitglieder.
Entscheidungstage
Die Stimmung bleibt fragil. Die technische Unterstützung bei 7.300 Punkten wurde zuletzt getestet. Der RSI liegt bei 45,5 – neutral, aber ohne klares Kaufsignal.
Oracle und Adobe legen am 10. und 11. Juni ihre Quartalszahlen vor. Sie gelten als Stimmungstest für die Tech-Branche.
Am 16. und 17. Juni tagt die Fed. Der Leitzins liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Die Frage ist nicht, ob er steigt, sondern ob die Signale der Notenbank eine baldige Wende andeuten.
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