Am Freitag legten die Anteile von SolarEdge um 6,9 Prozent auf 29,40 Euro zu. Der deutliche Kursanstieg erfolgte im Fahrwasser sinkender US-Anleiherenditen, nachdem schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für September den Zinsdruck auf zinssensible Wachstumswerte minderten. Unternehmensspezifische Nachrichten lagen dieser Aufwärtsbewegung Medienberichten zufolge nicht zugrunde.
Analysten senken Gewinnerwartungen
Fundamental trüben sich die Aussichten bei den Gewinnschätzungen ein. Die Analysten von Northland Securities passten am Mittwoch ihre Prognosen für das Ergebnis je Aktie nach unten an. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten sie nun einen Verlust von 1,58 $ je Aktie, nachdem zuvor ein Fehlbetrag von 1,44 $ prognostiziert worden war. Auch für das vierte Quartal 2026 kalkuliert das Analysehaus mit einem Verlust von 0,34 $ je Anteilsschein.
Für das nachfolgende Geschäftsjahr 2027 stellt Northland Securities einen Verlust von 1,14 $ je Aktie in Aussicht. Die reduzierten Schätzungen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Profitabilität des Unternehmens. Marktteilnehmer wägen die Aussicht auf sinkende Finanzierungskosten gegen die operativen Belastungen ab, die sich in den vorsichtigeren Prognosen widerspiegeln.
Anwaltskanzleien kündigen Prüfungen an
Zu den geschäftlichen Fragezeichen treten rechtliche Aspekte hinzu. Am 29. September kündigte die Kanzlei Pomerantz LLP eine Untersuchung möglicher Ansprüche im Namen von SolarEdge-Investoren an.
Gegenstand ist die Prüfung, ob das Unternehmen sowie bestimmte leitende Angestellte oder Vorstandsmitglieder an Wertpapierbetrug oder ungesetzlichen Geschäftspraktiken beteiligt waren. Die Kanzlei hob hervor, dass die Ankündigung keine Feststellung eines Fehlverhaltens darstellt.
Am Mittwoch gab zudem die Kanzlei Bronstein, Gewirtz & Grossman, LLC bekannt, ebenfalls mögliche Ansprüche im Auftrag von SolarEdge-Käufern zu untersuchen. Solche Vorstöße von US-Kanzleien sind an den Kapitalmärkten nach Kursverlusten nicht unüblich, sorgen jedoch für zusätzliche Unsicherheit.
Kursentwicklung im Jahresverlauf
Trotz der jüngsten Gewinne bleibt das Umfeld für den Solarkonzern anspruchsvoll. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 18 Prozent, nachdem die Zinslast den Sektor über viele Monate gedämpft hatte. Ob die Entlastung an den Anleihemärkten eine dauerhafte Trendwende einleitet, dürfte vor allem von der operativen Stabilisierung der Margen abhängen.
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