Solanas börsengehandelte Spotfonds haben gestern erneut Kapital verloren. Mit Nettoabflüssen von 10,74 Mio. US-Dollar setzte sich die Serie auf fünf Handelssitzungen fort. Damit steht die schwache Fondsnachfrage im Kontrast zu den Plänen für zusätzliche Zahlungsanwendungen im Netzwerk. Die angekündigte Zusammenarbeit mit dem Stablecoin-Anbieter Anchorpoint ist allerdings noch kein laufender Dienst.
Fondsnachfrage bleibt unter Druck
Die kumulierten Nettozuflüsse der Solana-Spotfonds beliefen sich nach dem jüngsten Handelstag auf 1,47 Mrd. US-Dollar. Ihr Nettovermögen lag bei 1,40 Mrd. US-Dollar.
Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Trotz der jüngsten Rückgaben bleibt der kumulierte Kapitalzufluss positiv. Die Abflussserie zeigt aber, dass die Fonds zuletzt keine zusätzliche Nachfrage nach Solana vermittelten. Fortschritte bei möglichen Anwendungen und die kurzfristige Investitionsbereitschaft laufen damit nicht automatisch parallel.
Solana war gestern zudem nicht allein von Rückgaben betroffen. Auch andere US-Altcoin-Spotfonds meldeten Nettoabflüsse; keine der erfassten Kategorien verzeichnete Nettozuflüsse. Das ordnet die Entwicklung in ein breiteres Nachfrageproblem ein. Einen konkreten Auslöser für die Solana-Abflüsse belegt die Meldung jedoch nicht.
Neue Anwendungen sind noch nicht verfügbar
Auf der Anwendungsseite setzt die Solana Foundation auf eine Zusammenarbeit mit Anchorpoint Financial. Beide vereinbarten gestern die geplante native Ausgabe und Rücknahme des Hongkong-Dollar-Stablecoins HKDAP auf Solana. Vorgesehen sind Zahlungen und der Handel mit tokenisierten Vermögenswerten sowie eine nahezu sofortige Abwicklung.
Anchorpoint wird von Standard Chartered Bank Hong Kong, HKT und Animoca Brands getragen. Der Anbieter besitzt eine Stablecoin-Lizenz der Hongkonger Währungsbehörde HKMA. Die Solana Foundation soll außerdem neben PwC an Anchorpoints Programm zur Förderung tokenisierter Währungen teilnehmen.
Der entscheidende Vorbehalt betrifft die Umsetzung: Für die Solana-Integration gibt es keinen veröffentlichten Starttermin. HKDAP befindet sich bislang in einer Ethereum-Testphase für Unternehmen und professionelle Anleger. Eine bereits verfügbare Solana-Anwendung lässt sich aus der Vereinbarung deshalb nicht ableiten.
Einführung hängt von Infrastruktur ab
Eine breitere Freigabe einschließlich Privatkundenzugang strebt Anchorpoint frühestens Ende 2026 an. Sie hängt von der Bereitschaft der Ausgabe-, Vertriebs- und Verwahrungsinfrastruktur ab. Dieser Zeitrahmen ist kein bestätigter Starttermin für Solana.
HKDAP ist auf einen Nennwert von 1 Hongkong-Dollar je Token ausgelegt. Die Reserven müssen mindestens den vollständigen Nennwert der umlaufenden Token decken. Damit unterscheidet sich das geplante Zahlungsinstrument vom frei schwankenden Solana-Token.
Für die Anlageeinordnung bleiben zwei Ebenen getrennt: Die Fondsabflüsse dokumentieren tatsächliche Kapitalbewegungen. Die HKDAP-Kooperation eröffnet dagegen eine mögliche zusätzliche Nutzung des Netzwerks. Ob daraus eine stärkere Nachfrage nach Solana entsteht, ist mit der Ankündigung allein nicht belegt.
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