Starke Fundamentaldaten, schwacher Kurstrend — bei Solana klaffen technischer Fortschritt und Marktrealität derzeit weit auseinander. Während das Netzwerk das größte Upgrade seiner Geschichte vorbereitet, drückt ein alter Bekannter auf die Stimmung. Alameda Research, die Handelsfirma der kollabierten Kryptobörse FTX, hat erneut massiv Token bewegt.
Die FTX-Abwicklung läuft weiter
Rund 198.425 SOL im Wert von gut 16 Millionen US-Dollar zog der Insolvenzverwalter kürzlich aus dem Staking ab. Die Mittel flossen an eine Adresse, die direkt für Gläubigerrückzahlungen vorgesehen ist. Dieser Transfer ordnet sich in einen gigantischen Rückzahlungsplan über 12,7 Milliarden US-Dollar ein.
Der Verkaufsdruck dürfte anhalten. Alameda hält noch immer rund 3,57 Millionen SOL im Wert von über 293 Millionen US-Dollar. Beim aktuellen Abwicklungstempo von etwa 200.000 Token pro Monat wird dieser Prozess die Märkte noch gut 18 Monate begleiten. Bislang flossen bereits SOL im Wert von über einer Milliarde US-Dollar aus Staking-Verträgen in liquide Wallets.
Kurs nahe am Jahrestief
Die stetigen Liquidationen hinterlassen tiefe Spuren im Chart. Aktuell notiert Solana bei 83,41 US-Dollar und verzeichnete allein heute ein Minus von 3,69 Prozent. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf über 34 Prozent. Damit rückt das 52-Wochen-Tief von 77,74 US-Dollar gefährlich nahe. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 31,9 eine fast überverkaufte Marktlage.
Dabei florieren die On-Chain-Aktivitäten. Im ersten Quartal 2026 erreichte das wirtschaftliche Transaktionsvolumen auf Solana 1,1 Billionen US-Dollar. Das entspricht einem massiven Anstieg von über 6.500 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
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Technischer Umbruch im Hintergrund
Parallel zur Insolvenzbewältigung treiben die Entwickler das „Alpenglow“-Upgrade voran. Es ersetzt die bisherigen Konsens-Grundlagen Proof of History und Tower BFT vollständig durch eine schlankere Architektur. Die Transaktionsfinalisierung soll dadurch von 12,8 Sekunden auf 100 bis 150 Millisekunden sinken.
Flankierend dazu wächst das institutionelle Interesse. US-Regulierer stuften SOL im März als digitales Gut ein und befreiten das Staking von strengen Wertpapierregeln. Mehrere Vermögensverwalter, darunter Fidelity und Franklin Templeton, brachten daraufhin aktualisierte Anträge für Spot-ETFs auf den Weg.
Die fundamentale Neuausrichtung des Netzwerks trifft auf einen zähen Liquidationsprozess. Alpenglow soll im dritten Quartal 2026 in die finale Testphase gehen, bevor Ende des Jahres die Mainnet-Aktivierung ansteht. Bis dahin muss der Markt die verbleibenden FTX-Bestände von fast 300 Millionen US-Dollar absorbieren.
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