Ein Satz von Sam Altman reicht, um den größten Wettschein der SoftBank Group ins Wanken zu bringen. Der OpenAI-Chef erklärte in einem Magazin-Interview, das Unternehmen werde 2026 keinen Börsengang anstreben — und verwies dabei auf Sicherheitsbedenken rund um die schnelle KI-Entwicklung.
Die SoftBank-Aktie reagierte am Montag mit einem Einbruch von über elf Prozent auf 5.795 Yen und zählte damit zu den schwächsten Werten im Nikkei 225, der selbst deutlich nachgab.
Die IPO-Verzögerung trifft den Kern der Wette
SoftBank hat rund 64,6 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und einen Teil davon über Brückenkredite finanziert. Ein Börsengang hätte dem Konzern angesichts der hohen Bewertungen aus den jüngsten Finanzierungsrunden einen schnellen, liquiden Ausstiegskanal verschafft. Diese Aussicht rückt nun frühestens auf 2027.
Verschärft wird die Lage durch einen zweiten Kommentar aus der Branche: Anthropic-Chef Dario Amodei rief die gesamte KI-Industrie dazu auf, das Tempo bei der Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle zu drosseln.
Mehrere führende Entwickler, darunter OpenAI selbst, SpaceX-Chef Elon Musk und Google-DeepMind-Leiter Demis Hassabis, signalisierten Unterstützung für diesen Vorstoß. Für SoftBank ist das kein Randthema — die Investmentthese des Konzerns baut auf einer ungebremsten, wertsteigernden KI-Dynamik auf.
Auch Arm gerät ins Visier
Neben der OpenAI-Beteiligung ist SoftBank über die Chipdesign-Tochter Arm zweifach exponiert. Arm gilt als Kronjuwel im Portfolio und hat von der KI-getriebenen Chipnachfrage stark profitiert. Eine Verlangsamung der Entwicklung könnte diesen Trend kippen und die Bewertung der Sparte belasten — mit Ausstrahleffekten auf weitere Technologiebeteiligungen im Konzern.
Der Kurseinbruch reiht sich in einen ohnehin schwachen Handelstag ein: Der Nikkei 225 fiel unter die Marke von 63.000 Punkten und markierte ein Sechs-Wochen-Tief. Steigende Ölpreise nach der Abschaltung der East-West-Pipeline in Saudi-Arabien nährten zusätzlich Erwartungen auf straffere Geldpolitik von Fed und Bank of Japan. Andere KI-nahe japanische Werte gerieten im gleichen Zug unter Druck.
Trotz des Rücksetzers bleibt SoftBank für das laufende Jahr 2026 mit einem Kursplus von knapp 26 Prozent im Plus. Ob die verschobene OpenAI-Notierung die Bewertung des Konzerns dauerhaft belastet, hängt maßgeblich davon ab, wie die Branche mit den Sicherheitsbedenken der KI-Vorreiter umgeht.
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