Der japanische Technologiekonzern SoftBank Group hat die Übernahme des US-Infrastrukturinvestors DigitalBridge Group zum Abschluss gebracht. Mit dem Vollzug der Transaktion gestern zieht sich DigitalBridge von der New Yorker Börse zurück. Für die Übernahme aller ausstehenden Stammaktien zahlte SoftBank rund 3,1 Milliarden US-Dollar in bar, was einem Preis von 16,00 US-Dollar je Anteilsschein entspricht.
Stärkung der Infrastruktur für Rechenzentren
DigitalBridge wird künftig als kontrollierte Tochtergesellschaft innerhalb des Konzerns geführt, soll seine Plattformgeschäfte jedoch unter der Leitung von Vorstandschef Marc Ganzi eigenständig fortführen. Die Vermögenswerte und Geschäftsergebnisse des US-Unternehmens werden ab dem Vollzugsdatum in die konsolidierten Abschlüsse von SoftBank aufgenommen.
DigitalBridge konzentriert sich auf Investitionen in digitale Netze, darunter Rechenzentren, Mobilfunkmasten, Glasfasernetze, Edge-Infrastruktur und Small Cells. Unter anderem ist das Unternehmen an Vantage Data Centers beteiligt und hält in Japan das Telekommunikationsunternehmen JTOWER.
Die Übernahme markiert den Endpunkt eines mehrmonatigen Prozesses. Die ursprüngliche Fusionsvereinbarung datiert vom 29. Dezember 2025, ehe die Aktionäre von DigitalBridge der Übernahme am 23. April 2026 zustimmten. Die behördlichen Freigaben in den USA, darunter durch die Energieaufsicht FERC sowie das Kontrollgremium CFIUS, lagen seit dem 22. September 2026 vollständig vor.
Vor Handelsbeginn am Mittwoch wurden die Papiere von DigitalBridge von der NYSE dekotiert. Zu den bisherigen Anteilseignern zählten große institutionelle Investoren wie Vanguard, BlackRock, Pentwater Capital Management und Bank of America.
Flankierende Milliardeninvestitionen im KI-Sektor
Die Akquisition passt in SoftBanks Ausbau der physischen Basis für Künstliche Intelligenz. Neben Rechenzentrumskapazitäten treibt der Konzern Partnerschaften in verwandten Bereichen voran, etwa durch ein kürzlich vereinbartes Gemeinschaftsunternehmen mit dem Automatisierungsspezialisten ASI, in das SoftBank 225 Millionen US-Dollar einbrachte.
Zugleich bleibt das Engagement bei OpenAI ein zentraler Treiber für den Konzern. Das US-Entwicklerunternehmen verhandelt laut Berichten von Bloomberg über eine neue Finanzierungsrunde von mindestens 30 Milliarden US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von rund 1,4 Billionen US-Dollar.
SoftBank hatte sich bereits im März 2026 zu Investitionen von bis zu 30 Milliarden US-Dollar verpflichtet. Das Settlement der dafür begebenen SoftBank-Anleihen liegt gut eine Woche zurück.
Im europäischen Handel schloss die Aktie der SoftBank Group gestern bei 35,60 Euro, was auf Sicht von 30 Tagen einem Kursanstieg von 29 Prozent entspricht. Die Marktkapitalisierung des japanischen Beteiligungskonzerns beläuft sich damit umgerechnet auf 193,46 Milliarden Euro.
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