SoftBank steckt nach der abgesagten Notierung von OpenAI an der Börse in einer finanziellen Klemme. Apollo Global Management springt nun ein und stellt dem japanischen Technologiekonzern eine Brückenfinanzierung zur Verfügung. Der Preis dafür dürfte hoch ausfallen.
Warum SoftBank auf Apollo zugehen musste
Der geplante Börsengang von OpenAI galt als wichtiger Baustein in SoftBanks Finanzierungsstrategie. Mit der Absage fehlt dem Konzern nun ein Kanal, über den er Kapital für seine ambitionierten Investments freisetzen wollte.
Apollo Global Management füllt diese Lücke – allerdings nicht ohne Gegenleistung. Details zu Konditionen und Umfang der Brückenfinanzierung liegen bislang nicht vor, doch Marktbeobachter gehen von vergleichsweise hohen Zinsen aus, wie sie für Übergangsfinanzierungen dieser Art üblich sind.
Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein. Am Anleihemarkt zeichnet sich derzeit ein neuer Zinserhöhungszyklus ab, der die Finanzierungskosten für kapitalintensive Konzerne wie SoftBank zusätzlich verteuert. Für einen Konzern, der stark auf Fremdkapital und Beteiligungsverkäufe setzt, um seine Investment-Pipeline zu füttern, ist das eine unangenehme Gemengelage.
Kurs zeigt sich vorerst robust
An der Tokioter Börse hielt sich die SoftBank-Aktie zuletzt stabil und legte im Rahmen eines insgesamt freundlichen Marktumfelds moderat zu. Der Nikkei 225 bewegte sich über der Marke von 64.000 Punkten, getragen von Schwergewichten aus Industrie und Finanzsektor.
Technologiewerte wie Advantest, Screen Holdings und Tokyo Electron gaben dagegen nach – ein Hinweis darauf, dass der Sektor insgesamt unter Druck steht, während SoftBank sich davon bislang abkoppeln konnte.
Diese relative Stärke dürfte auch daran liegen, dass die Apollo-Brücke Anlegern zumindest kurzfristig Planungssicherheit signalisiert. Ob sich das hält, hängt stark davon ab, wie SoftBank die zusätzlichen Finanzierungskosten in seiner Investmentstrategie verarbeitet – insbesondere angesichts der breiteren Zinsentwicklung, die derzeit auch die US-Notenbank unter Druck setzt.
Für die kommenden Wochen bleibt entscheidend, ob SoftBank einen alternativen Weg findet, um die OpenAI-Beteiligung zu monetarisieren, oder ob die Apollo-Brücke zu einer länger laufenden, teuren Belastung wird.
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