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SoftBank Aktie: Spürbare Bremsspuren?

Der historische Börsengang von PayPay wird von geopolitischen Spannungen und Rückschlägen bei KI-Projekten überschattet, was die SoftBank-Aktie belastet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • PayPay feiert historisches US-Börsendebüt
  • Geopolitische Spannungen treiben Energiekosten hoch
  • Stopp von milliardenschwerem KI-Rechenzentrum
  • Ratingagentur S&P senkt Ausblick auf negativ

SoftBank erlebt derzeit einen starken Kontrast. Während der Börsengang der Beteiligung PayPay an der Wall Street diese Woche einen historischen Erfolg feierte, gerät der Mutterkonzern in Tokio unter die Räder. Geopolitische Spannungen und Rückschläge bei wichtigen KI-Infrastrukturprojekten werfen einen Schatten auf die milliardenschwere Investitionsstrategie des Unternehmens.

Historischer IPO-Erfolg an der Wall Street

Am 12. März feierte der digitale Zahlungsdienstleister PayPay ein beeindruckendes Debüt an der Nasdaq. Mit einem Volumen von knapp 880 Millionen US-Dollar markiert der Schritt das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Die Aktien starteten deutlich über dem Ausgabepreis von 16 US-Dollar und beendeten den ersten Handelstag mit einem Plus von 14 Prozent.

Damit erreicht die App, die SoftBank 2018 gemeinsam mit Yahoo Japan ins Leben rief, eine Bewertung von gut 12,1 Milliarden US-Dollar. Für SoftBank und seine Telekommunikationssparte, die zusammen die Mehrheit an PayPay halten, ist dies der erste große Börsenerfolg einer Beteiligung seit dem Arm-IPO im Jahr 2023. Das Management signalisierte zudem bereits Offenheit für ein künftiges Zweitlisting in Tokio.

Geplatzte Projekte und steigende Energiekosten

Trotz des IPO-Erfolgs in den USA gerieten die Papiere von SoftBank in Tokio deutlich unter Druck. Am 13. März gab der Kurs zeitweise um 3,6 Prozent nach, nachdem die Aktie zu Wochenbeginn bereits in der Spitze um 12,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2025 gefallen war. Verantwortlich für den Kursrutsch ist eine Mischung aus globaler Instabilität und spezifischen Branchensorgen.

Ein eskalierender Konflikt im Iran trieb die Ölpreise rasant in die Höhe. Das schürt am Markt die Sorge, dass die enormen Energiekosten für das Hochleistungsrechnen – das Rückgrat der KI-Industrie – unkalkulierbar werden. Erschwerend kam die Meldung hinzu, dass ein milliardenschweres Rechenzentrumsprojekt von OpenAI und Oracle in Texas überraschend gestoppt wurde.

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Diese Entwicklungen belasten das Kreditprofil von SoftBank erheblich. Die Kosten für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle stiegen auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr. S&P Global Ratings senkte kürzlich den Ausblick für das Unternehmen auf „negativ“, was direkt mit SoftBanks zusätzlicher 30-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI zusammenhängt. Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Wiederherstellung der Anlagenliquidität länger dauern wird als ursprünglich erwartet.

Hohe Einsätze bei der KI-Finanzierung

Die Bewertung von SoftBank hängt mittlerweile stark an der impliziten Wertentwicklung der OpenAI-Beteiligung von rund 11 Prozent. Das Management finanzierte diesen Vorstoß durch eine Kombination aus Asset-Verkäufen, Anleiheemissionen und Krediten, die mit Anteilen an Arm besichert sind. Diese Konstruktion funktioniert reibungslos, solange die Bewertungen für KI-Werte steigen. Sinken jedoch die Multiplikatoren oder stockt die private Finanzierung, verwandelt sich der Rückenwind schnell in eine finanzielle Belastung bei gleichbleibenden Schuldendienstkosten.

In den kommenden Wochen rücken nun konkrete Datenpunkte in den Fokus der Investoren. Die weitere Entwicklung des gestoppten „Stargate“-Infrastrukturprojekts, anstehende Finanzierungsrunden bei OpenAI sowie die operative Entwicklung von Arm Holdings liefern die nächsten harten Fakten zur Bewertung der SoftBank-Strategie in einem inflationären Umfeld.

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Diskussion zu SoftBank

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.