SoftBank-Aktien schnellen am Donnerstag um 7,24 Prozent nach oben und erreichen 33,99 Euro. Auslöser ist eine neue KI-Cloud-Sparte für den US-Markt. Nach Wochen mit heftigen Verlusten bringt die Ankündigung frischen Schwung in die Aktie.
Die letzten 30 Tage waren hart. Der Kurs war um 28,24 Prozent eingebrochen, auch die vergangene Woche brachte ein Minus von 7,37 Prozent. Der Ausbruch am Donnerstag markiert die bislang stärkste Gegenbewegung dieser Talfahrt.
Neue Cloud-Sparte zielt auf US-Großkunden
SoftBank Group und ihre Telekom-Tochter SoftBank Corp. wollen ab dem kommenden Geschäftsjahr Rechenkapazität für KI-Anwendungen an US-Unternehmen vermieten. Dafür gründen beide Firmen noch in diesem Monat ein Gemeinschaftsunternehmen namens SB Neo. Das Ziel: KI-Chips und Cloud-Dienste an große Kunden verkaufen, darunter auch Hyperscaler wie große Tech-Konzerne mit eigenen Rechenzentren.
Die Pläne sind ambitioniert. Bis etwa 2030 will SB Neo Rechenzentrumskapazität im Umfang von 10 Gigawatt aufbauen — für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle. Schon im Geschäftsjahr bis März 2028 soll der eigentliche Dienst starten und US-Großkunden Rechenleistung für KI-Modelle bereitstellen.
Der Ausbau erfolgt in Stufen. SB Neo will seine Kapazitäten schrittweise erweitern, um die starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung in den USA zu bedienen. Grundlage dafür ist eine Energie- und KI-Infrastruktur, die SoftBank bereits im großen Stil aufbaut.
Der Vorstoß in den USA baut auf Erfahrungen aus Japan auf. Dort bietet SoftBank Corp. seit Mai 2026 eine Beta-Version seines GPU-Cloud-Dienstes an, gestützt auf die selbst entwickelte Software-Plattform „Infrinia AI Cloud OS“. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen nun den US-Aufbau beschleunigen. Konzernchef Masayoshi Son beschreibt den Schritt als Teil einer größeren Strategie: Der gesamte Konzern arbeite zusammen daran, „erstklassige KI-Infrastruktur aufzubauen und die KI-Revolution voranzutreiben“.
Finanzierungsfragen bleiben im Hintergrund
Parallel zum Cloud-Start verhandelt SoftBank mit Kreditgebern über einen großen Kredit, der an die eigene OpenAI-Beteiligung gekoppelt ist. Diese Gespräche laufen getrennt von der SB-Neo-Ankündigung. Sie zeigen aber, wie viel Kapital SoftBank derzeit mobilisiert, um sich über die gesamte KI-Wertschöpfungskette hinweg zu positionieren — von der Chip-Entwicklung über Arm bis zu Rechenzentren und nun direkten Cloud-Diensten für Großkunden.
Volatilität bleibt hoch
Trotz der Erholung am Donnerstag notiert die Aktie weiterhin deutlich unter dem Niveau von vor einem Monat. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 110,80 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um den Titel unterstreicht. Der RSI von 45,7 auf 14-Tage-Basis zeigt: Weder überkauft noch überverkauft, die Aktie sucht nach einer neuen Richtung.
Wie schnell SB Neo tatsächlich in Richtung der 10-Gigawatt-Marke wächst, bleibt offen. Ebenso, ob das Projekt hilft, die Sorgen um die wachsende Schuldenlast aus SoftBanks KI-Investitionsoffensive zu zerstreuen. Der Markt wird beide Fragen an den kommenden Geschäftszahlen und am Fortschritt der SB-Neo-Bauphase messen.
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