Jahrelang verdiente die SoftBank-Tochter Arm ihr Geld bequem mit dem reinen Lizenzieren von Chip-Designs. Heute bricht der Technologiekonzern mit dieser Tradition und wagt den Schritt in die direkte Hardware-Produktion. Die Ankündigung eigener KI-Prozessoren und eines gigantischen Rechenzentrums-Projekts veränderte die Perspektive der Investoren am Mittwoch grundlegend.
Der britische Chipdesigner Arm, an dem SoftBank beachtliche 87 Prozent hält, greift künftig selbst in den Markt für KI-Rechenzentren ein. Mit der neuen „AGI CPU“ verlässt das Unternehmen sein bewährtes Lizenzmodell. Die finanzielle Logik hinter diesem Schritt ist simpel: Während eine reine Lizenzierung laut Management nur etwa 5 US-Dollar einbringt, winken beim Direktverkauf eines 1.000-Dollar-Chips satte 500 US-Dollar Bruttogewinn. Diese Aussicht auf deutlich höhere Margen trieb die SoftBank-Papiere in Tokio um 7,5 Prozent auf 3.795 Yen. Innerhalb von fünf Jahren peilt Arm allein durch direkte Chipverkäufe einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar an.
Prominente Partner an Bord
Für die Entwicklung der neuen Prozessoren hat sich Arm mächtige Verbündete gesucht. Meta agiert als Hauptpartner und Mitentwickler, aber auch Branchengrößen wie OpenAI, Cloudflare und SAP stehen bereits auf der Kundenliste. Die von TSMC im 3-Nanometer-Verfahren gefertigten Chips sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen und die Leistung herkömmlicher x86-Plattformen pro Rack mehr als verdoppeln. Analysten von Raymond James reagierten prompt auf die strategische Neuausrichtung und hoben das Arm-Kursziel auf 166 US-Dollar an.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SoftBank?
Das 500-Milliarden-Dollar-Projekt
Parallel zur Chip-Offensive enthüllte SoftBank-Chef Masayoshi Son monumentale Infrastrukturpläne. Unter dem Namen „Stargate“ soll in Ohio ein KI-Rechenzentrumscampus für 500 Milliarden US-Dollar entstehen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Urananreicherungsanlage ist eine Kapazität von zehn Gigawatt geplant. Allein die erste Bauphase, die bis Anfang 2028 abgeschlossen sein soll, erfordert Investitionen von bis zu 40 Milliarden US-Dollar. Zur Absicherung des enormen Energiebedarfs fließen über 33 Milliarden US-Dollar an japanischem Kapital in den Ausbau lokaler Gaskraftwerke.
Trotz der aktuellen Markteuphorie und einem moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,1 birgt der Strategiewechsel handfeste Risiken. SoftBank und Arm begeben sich auf einen schmalen Grat, da sie nun direkt mit langjährigen Lizenzkunden wie Nvidia und Amazon konkurrieren. Zudem binden das extrem kapitalintensive Stargate-Projekt und der enorme Finanzierungsbedarf von Partnern wie OpenAI in den kommenden Jahren gewaltige Summen, die das langfristige Risikoprofil des japanischen Investors maßgeblich prägen werden.
SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SoftBank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
