SoftBank bleibt in der Gewinnzone – zum vierten Quartal in Folge. Der Treiber ist klar: Bewertungsgewinne aus der großen OpenAI-Beteiligung haben Verluste in anderen Beteiligungen überdeckt. Gleichzeitig zeigt der Ergebnis-Mix, wie stark die Zahlen von einzelnen Wetten abhängen.
- Nettogewinn (Okt.–Dez.): 248,6 Mrd. Yen (nach –369 Mrd. Yen im Vorjahresquartal)
- Bewertungsgewinn OpenAI im Quartal: 4,2 Mrd. US-Dollar
- Vision-Fund-Ergebnis: 735,49 Mrd. Yen (Vorjahr: –309,93 Mrd. Yen)
OpenAI als Ergebnismotor
Im Mittelpunkt stand die OpenAI-Position. SoftBank verbuchte im Quartal einen Bewertungsgewinn von 4,2 Mrd. US-Dollar aus dem Anteil an dem ChatGPT-Entwickler.
Laut Präsentation zum Quartal hat SoftBank insgesamt rund 34,6 Mrd. US-Dollar in OpenAI investiert und hält damit etwa 11%. Der ausgewiesene Fair Value der Beteiligung liegt bei 54,4 Mrd. US-Dollar. Über die neun Monate bis Ende Dezember 2025 summierte sich der OpenAI-Beitrag auf einen Gewinn von 2,8 Billionen Yen.
Finanzchef Yoshimitsu Goto sprach in der Telefonkonferenz davon, die Investitionsentscheidung sei erfolgreich gewesen. Zudem seien 60% der Vermögenswerte inzwischen auf „ASI-orientierte“ Investments ausgerichtet (künstliche Superintelligenz).
Vision Fund dreht ins Plus – aber nicht überall Rückenwind
Auch der Vision Fund lieferte Rückenwind und drehte gegenüber dem Vorjahr deutlich ins Plus. Gleichzeitig glichen die OpenAI-Gewinne Rückgänge bei anderen Positionen aus. Genannt wurden vor allem:
- Coupang: Kursrückgang belastete den Portfoliowert
- Didi: Abwertung der Bewertung
- ByteDance: Anteil am TikTok-Konzern wurde nach unten angepasst
Die Botschaft dahinter: Einzelne starke Gewinner können schwächere Beteiligungen kompensieren – das Ergebnis bleibt aber empfindlich gegenüber Bewertungsänderungen im Portfolio.
Finanzierung, Verkäufe und neues Segment
Um die KI-Offensive zu finanzieren, hat SoftBank Vermögenswerte zu Geld gemacht und die Finanzierung ausgebaut. Dazu zählen der Verkauf der gesamten Nvidia-Position für 5,8 Mrd. US-Dollar (im Oktober) sowie der Abbau von T-Mobile-Aktien im Wert von 12,73 Mrd. US-Dollar zwischen Juni und Dezember.
Zusätzlich erhöhte SoftBank den Arm-Margin-Loan auf 20 Mrd. US-Dollar (von 13,5 Mrd.), vollständig ausgeschöpft. Die Beleihungskapazität gegen Aktien von SoftBank Corp wurde auf 1,2 Billionen Yen (von 800 Mrd.) angehoben. Im Quartal schloss SoftBank zudem das 22,5-Mrd.-US-Dollar-Follow-on-Investment in OpenAI und die 6,5-Mrd.-US-Dollar-Übernahme von Ampere Computing ab.
Neu ist auch die Berichtsstruktur: SoftBank richtet ein „AI Computing Segment“ ein, das Arm sowie die zugekauften Halbleiterfirmen Graphcore und Ampere bündelt. In den neun Monaten bis Ende Dezember lag dieses Segment mit –91,8 Mrd. Yen im Minus, laut Unternehmen wegen höherer Personalkosten und Ampere-bezogener Akquisekosten. Wie schnell kann sich dieser neue Block operativ stabilisieren? Kurzfristig liefert er vor allem Investitions- und Integrationskosten, während der Bewertungshebel an anderer Stelle liegt.
Die Aktie schloss am Tag der Zahlen 2,4% höher. Allerdings blieb der Nettogewinn mit 248,6 Mrd. Yen unter der Analystenschätzung von 336,7 Mrd. Yen; die Spannweite der Prognosen reichte von +1,1 Billionen Yen bis –480 Mrd. Yen – ein Hinweis darauf, wie sprunghaft SoftBanks investitionsgetriebene Ergebnisse ausfallen können.
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