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SoftBank Aktie: Liquidität vs. KI-Ambitionen

SoftBank sammelt mit dem US-Listing von PayPay fast 880 Millionen Dollar ein, während Ratingagenturen die wachsende Schuldenlast durch KI-Investitionen wie OpenAI kritisieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • PayPay-IPO unterhalb der ursprünglichen Preiserwartung
  • S&P stuft SoftBank-Ausblick auf negativ herab
  • Bridging-Loan für OpenAI-Investment geplant
  • Aktienkurs fällt auf Tiefststand seit August 2025

SoftBank hat mit dem US-Börsengang seiner Zahlungstochter PayPay knapp 880 Millionen Dollar eingesammelt – der größte US-Listing eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Doch während der Konzern Vermögenswerte zu Geld macht, wachsen die Sorgen über die finanzielle Belastung durch seine KI-Wetten.

PayPay debütiert unter dem Ausgabepreis

PayPay platzierte rund 55 Millionen American Depositary Receipts zu je 16 Dollar – und damit unterhalb der ursprünglich angestrebten Spanne von 17 bis 20 Dollar. Das Unternehmen selbst verkaufte 31,1 Millionen ADRs, ein Arm des SoftBank Vision Fund II weitere 23,9 Millionen. Unter dem Ticker „PAYP“ ist PayPay nun am Nasdaq Global Select Market notiert.

Der Börsengang ist der erste US-Listing einer SoftBank-Mehrheitsbeteiligung seit dem Arm-IPO 2023, bei dem der Chipdesigner mit 54,5 Milliarden Dollar bewertet wurde – eine Marktkapitalisierung, die seitdem auf fast 130 Milliarden Dollar gestiegen ist. PayPay kommt beim IPO-Preis auf einen Marktwert von rund 10,7 Milliarden Dollar.

Operativ zeigt sich PayPay stark: Im Neunmonatszeitraum bis Dezember erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 103,3 Milliarden Yen bei einem Umsatz von 278,5 Milliarden Yen – gegenüber 28,96 Milliarden Yen Gewinn und 220,4 Milliarden Yen Umsatz im Vorjahreszeitraum. Mit über 72 Millionen Nutzern in Japan und einem Anteil von rund zwei Dritteln am heimischen QR-Code-Zahlungsmarkt ist PayPay klar marktführend.

Wachsende Kreditrisiken durch OpenAI-Engagement

Der Börsengang fällt in eine angespannte Phase für SoftBanks Kreditprofil. S&P Global Ratings stufte den Ausblick des Konzerns Anfang März auf „negativ“ herab – mit Verweis auf das zusätzliche OpenAI-Investment von 30 Milliarden Dollar. Die Ratingagentur warnte, es könnte länger als erwartet dauern, die Liquidität der Vermögenswerte und die Portfolioqualität wiederherzustellen.

Die Nervosität der Märkte ist messbar: SoftBanks Fünfjahres-CDS weitete sich auf rund 380 Basispunkte aus, nach etwa 347 Basispunkten in der Vorwoche. Die Aktie fiel zwischenzeitlich um bis zu 12,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit August 2025. Auslöser waren Berichte, dass Oracle und OpenAI Pläne für ein KI-Rechenzentrum in Texas – Teil des Stargate-Projekts – aufgegeben haben. Finanzierungsprobleme und veränderte Nachfrageprognosen sollen die Verhandlungen zum Scheitern gebracht haben.

Parallel dazu sucht SoftBank einen Überbrückungskredit von bis zu 40 Milliarden Dollar, der überwiegend das OpenAI-Investment finanzieren soll. Der Kredit mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten wird von vier Banken gezeichnet, darunter JPMorgan Chase.

Strategie mit hohem Einsatz

Der Verkauf von PayPay-Anteilen ist Teil einer breiteren Liquiditätsstrategie: Zwischen Juni und Dezember trennte sich SoftBank von T-Mobile-US-Aktien im Wert von fast 13 Milliarden Dollar. Nach dem IPO hält SoftBank Group noch rund 92 Prozent der Stimmrechte an PayPay.

Im Februar 2026 meldete SoftBank Corp. – die Telekommunikationstochter – Rekorderlöse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025: 5,2 Billionen Yen Umsatz, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls um 8 Prozent auf 884 Milliarden Yen. Die Jahresziele wurden daraufhin angehoben.

Hinzu kommt die geplante Übernahme der ABB-Robotiksparte für 5,375 Milliarden Dollar, die voraussichtlich Mitte bis Ende 2026 abgeschlossen wird. SoftBank baut damit gleichzeitig Positionen in KI-Software, Halbleitern und physischer Infrastruktur auf – ein Kurs, den die Märkte angesichts der steigenden Schuldenlast derzeit mit Skepsis bewerten.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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