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SoftBank Aktie: GPU-Cloud startet Oktober 2026

SoftBank startet eine souveräne GPU-Cloud für Japan und erweitert den KI-Industrieverbund. Die Aktie profitiert von der neuen Infrastrukturstrategie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • GPU-Cloud für japanische Unternehmen
  • KI-Industrieverbund wächst auf 15 Partner
  • Aktie legt über 5 Prozent zu
  • Börsengänge von SB Energy und Roze geplant

SoftBank setzt im Heimatmarkt auf ein Thema, das für Unternehmen immer wichtiger wird: KI-Leistung, die Daten nicht ins Ausland schickt. Der Konzern startet eine eigene GPU-Cloud für japanische Firmen und zieht parallel einen Industrieverbund breiter auf. Die Aktie reagierte kräftig, weil aus der Investmentstory immer stärker eine Infrastrukturstory wird.

Souveräne KI wird zum Kurstreiber

Am Freitag schloss die SoftBank-Aktie bei 7.491 Yen und legte damit 5,14 Prozent zu. Das Handelsvolumen lag bei rund 81,18 Millionen Aktien und damit klar über dem üblichen Niveau.

Der Abstand zum Jahreshoch ist klein, aber sichtbar. Am 27. Mai hatte der Kurs 8.038 Yen erreicht; seither liegt die Aktie rund 6,8 Prozent darunter.

Über die vergangenen vier Wochen steht dennoch ein Plus von 43,53 Prozent. Der Aufwärtsdruck kommt nicht von einer einzelnen Meldung, sondern von der wachsenden Bewertung des KI-Portfolios und der neuen Rolle des Vision Fund. SoftBank will nicht mehr nur Beteiligungen bündeln, sondern Rechenkapazität, Modelle und Kapital enger verzahnen.

GPU-Cloud für Japans Datenregeln

Der Kern der neuen Strategie ist die „AI Data Center GPU Cloud“. Sie richtet sich an japanische Unternehmen, die sensible Daten nicht ohne Weiteres ins Ausland übertragen können. SoftBank positioniert sich damit als heimische Alternative zu den globalen Hyperscalern.

Technisch setzt die Plattform auf Nvidias GB200-NVL72-Systeme und das eigene „Infrinia AI Cloud OS“. Eine Beta-Version läuft seit dieser Woche innerhalb der Gruppe; der kommerzielle Start ist für Oktober 2026 geplant.

Der Punkt ist wichtig. Wer KI in Telekomnetzen, Fabriken oder verteilten Rechenzentren nutzt, braucht kurze Latenzen und klare Datenhoheit. Genau dort soll die Strategie „Activate AI for Society“ greifen.

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Industrieverbund wird breiter

Parallel baut SoftBank den Verbund für industrielle KI aus. Etwa 15 weitere Unternehmen wollen sich dem Projekt Nihon AI Kiban Moderu Kaihatsu anschließen, darunter Toshiba, Hitachi und KDDI Research. Das Ziel sind Modelle, die direkt in Robotern und Maschinen arbeiten.

Diese sogenannte physische KI ist mehr als ein Schlagwort. Japanische Industriekonzerne suchen den Anschluss an die US- und China-Spitze, ohne die Kontrolle über Kerntechnologie aus der Hand zu geben. SoftBank liefert dafür Kapital, Cloud-Infrastruktur und Zugang zu einem breiten Partnernetz.

Zu den Kerninvestoren zählen bereits Sony, Honda und NEC. Jeder dieser Partner hält mehr als 10 Prozent an dem Vorhaben. Das japanische Wirtschaftsministerium dürfte solche heimischen KI-Initiativen bis zum Fiskaljahr 2030 mit insgesamt 1 Billion Yen unterstützen.

Bilanz, Börsengänge, Bewertungsabschlag

Die strategische Offensive braucht Finanzierungsspielraum. Am 28. Mai kündigte SoftBank die vorzeitige Rückzahlung von Dollar-Senior-Notes aus dem Jahr 2021 an. Kurz zuvor hatte der Konzern Hybridanleihen über 260 Milliarden Yen platziert, um fällige Schulden zu refinanzieren und KI-Infrastruktur zu finanzieren.

Kapitalmaßnahmen könnten später im Jahr die nächste Ebene öffnen. SoftBank bereitet mit Banken wie JPMorgan und Goldman Sachs mögliche Börsengänge der Energieeinheit SB Energy und der Robotik-Abspaltung Roze vor. SB Energy könnte bei einer Platzierung mit mehr als 50 Milliarden Dollar bewertet werden, gestützt durch die Partnerschaft mit OpenAI bei großen US-Rechenzentrumsprojekten.

Der innere Wert des Konzerns hat Rekordniveau erreicht. Treiber sind vor allem die Mehrheitsbeteiligung an Arm Holdings und der OpenAI-Anteil, der inzwischen mit rund 80 Milliarden Dollar bewertet wird. Das erklärt, warum der historische Abschlag zum Nettoinventarwert kleiner wird.

Der nächste harte Prüfstein ist der kommerzielle Start der GPU-Cloud im Oktober 2026. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf zwei Dinge schauen: ob SoftBank zahlende Unternehmenskunden für souveräne KI gewinnt und ob die geplanten IPOs frisches Kapital für den teuren Ausbau der Infrastruktur freisetzen.

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