SoftBank startet mit einer klaren KI-Strategie ins neue Jahr. Ein Großinvestment in OpenAI, die Übernahme von DigitalBridge und ein Aktiensplit sollen das Profil des Konzerns schärfen. Wie stimmig ist dieses Gesamtpaket?
Großinvestment in OpenAI
SoftBank hat am 31. Dezember die zweite Tranche seines OpenAI-Engagements über 22,5 Milliarden US‑Dollar abgeschlossen. Insgesamt summiert sich der Einsatz in den ChatGPT-Entwickler damit auf 41 Milliarden US‑Dollar.
- Beteiligung: rund 11 % an OpenAI
- Struktur: 30 Mrd. US‑Dollar aus dem Vision Fund, 11 Mrd. US‑Dollar von Co‑Investoren
- Einordnung: SoftBank zählt damit zu den größten Anteilseignern von OpenAI
CEO Masayoshi Son betonte, man sei „tief im Einklang mit OpenAIs Vision, AGI zum Nutzen der gesamten Menschheit einzusetzen“.
Finanzierung der OpenAI-Position
Zur Finanzierung des Engagements hat SoftBank 2025 mehrere große Transaktionen umgesetzt:
- Vollständiger Verkauf der Nvidia-Position über 5,8 Mrd. US‑Dollar im Oktober
- Teilverkäufe bei T‑Mobile US im Umfang von rund 14 Mrd. US‑Dollar
- 4,8 Mrd. US‑Dollar im Juni (21,5 Mio. Aktien)
- 9,17 Mrd. US‑Dollar zwischen Juni und September (40,2 Mio. Aktien)
- Erweiterung von Margin‑Kreditlinien auf Basis von Arm‑Aktien um 6,5 Mrd. US‑Dollar
- Konzern-Cashbestand auf Holdingebene von 27,16 Mrd. US‑Dollar per 30. September 2025
Damit unterlegt SoftBank die OpenAI-Wette durch Umschichtungen im bestehenden Portfolio und zusätzliche Verschuldung, ohne die Liquiditätsposition komplett auszureizen.
DigitalBridge-Kauf stärkt Infrastruktur
Am 29. Dezember hat SoftBank den Kauf von DigitalBridge Group angekündigt. Der Spezialist für digitale Infrastruktur soll für 4 Milliarden US‑Dollar in bar übernommen werden.
- Angebotspreis: 16 US‑Dollar je Aktie
- Aufschlag: 15 % auf den Schlusskurs vom 26. Dezember 2025
- Prämie: 50 % auf den unbeeinflussten 52‑Wochen‑Durchschnittskurs
Strategische Einordnung
DigitalBridge verwaltet rund 108 Milliarden US‑Dollar an Vermögen, vor allem in:
- Rechenzentren
- Mobilfunkmasten
- Glasfaser‑Netzwerken
- Edge‑Infrastruktur
Die Übernahme soll SoftBanks Fähigkeit stärken, Infrastruktur für KI-Anwendungen der nächsten Generation aufzubauen und zu skalieren. Insbesondere unterstützt sie das Stargate‑Projekt, das SoftBank gemeinsam mit OpenAI und Oracle verfolgt.
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Marc Ganzi bleibt CEO von DigitalBridge; die Plattform wird separat geführt. Der Abschluss des Deals wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der regulatorischen Genehmigungen.
Aktiensplit erleichtert Zugang
Der 4‑zu‑1‑Aktiensplit ist seit heute wirksam. Die Zahl der ausstehenden Aktien steigt damit von rund 1,43 Milliarden auf 5,71 Milliarden Stück.
Der Schritt war im November beschlossen worden, nachdem sich der Kurs seit dem Tief bei 5.835 Yen im April bis November auf 22.255 Yen nahezu vervierfacht hatte. Hauptziel ist laut Unternehmen, die Mindestinvestitionssumme von über 2,2 Mio. Yen auf ein für Privatanleger besser zugängliches Niveau zu senken.
Kennzahlen und Bilanzrelationen
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 erzielte SoftBank einen Rekord-Nettogewinn von 2,9 Billionen Yen (19,2 Mrd. US‑Dollar). Damit hat sich das Ergebnis im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Haupttreiber waren Bewertungsgewinne auf die OpenAI-Beteiligung.
- Vision Fund: 3,5 Billionen Yen Investmentgewinne im Berichtszeitraum
- Net Asset Value: 33,3 Billionen Yen per 30. September 2025
- Loan‑to‑Value‑Ratio: 16,5 %
Die Kombination aus hohen Bewertungsgewinnen und moderater Verschuldungsquote verschafft SoftBank Spielraum für weitere KI‑Investments.
Ausblick: KI-Projekte und Deals 2026
SoftBank treibt seine KI-Positionierung mit mehreren Großprojekten voran. Neben der Beteiligung an OpenAI ist der Konzern am rund 500 Milliarden US‑Dollar schweren Stargate‑Projekt mit OpenAI und Oracle beteiligt, das auf massive Rechenzentrums‑Kapazitäten für KI zielt.
Zusätzlich steht der Abschluss der geplanten Übernahme des Robotikgeschäfts von ABB über 5,375 Milliarden US‑Dollar an, die im Oktober 2025 angekündigt wurde. Der Vollzug wird für die Mitte bis zweite Hälfte 2026 erwartet und soll die „physische“ KI‑Kompetenz von SoftBank ausbauen.
Wesentlich für die Kapitalausstattung wird zudem der Börsengang von PayPay sein: Das IPO, ursprünglich für Dezember vorgesehen, wurde nach dem US‑Government Shutdown in das erste Quartal 2026 verschoben und soll mehr als 20 Milliarden US‑Dollar einbringen.
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