Der japanische Technologiekonzern formiert seine globale und nationale Strategie völlig neu, um die Vorherrschaft von US-amerikanischen und chinesischen Giganten zu brechen. Während im Heimatmarkt ein historisches Bündnis mit Industriegrößen wie Sony und Honda entsteht, steht auf internationaler Ebene eine weitreichende personelle Umstrukturierung an. Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht die direkte Herausforderung des Chip-Branchenprimus Nvidia.
Nationaler Schulterschluss für souveräne KI
Um eine unabhängige, heimische Künstliche Intelligenz aufzubauen, hat SoftBank gemeinsam mit NEC, Honda und Sony ein neues Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Die Partner halten jeweils mehr als zehn Prozent der Anteile. Ziel ist es, eine leistungsstarke Alternative zu den dominierenden Modellen aus den USA und China zu entwickeln und diese der heimischen Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.
Ein SoftBank-Manager wird das Team aus rund 100 Ingenieuren leiten. Die Aufgabenverteilung ist dabei klar geregelt: SoftBank und NEC verantworten die Entwicklung der KI-Grundlagenmodelle. Sony und Honda integrieren diese Technologie anschließend in Sektoren wie Automobil, Robotik und Gaming. Langfristig strebt das Konsortium die Entwicklung einer sogenannten physischen KI zur direkten Robotersteuerung an. Flankiert wird das Projekt durch massive staatliche Unterstützung. Die nationale Forschungsagentur NEDO stellt ab dem Fiskaljahr 2026 Fördermittel in Höhe von einer Billion Yen über einen Zeitraum von fünf Jahren bereit.
Neue Führungsstruktur für globale Ambitionen
Parallel zur nationalen Offensive ordnet der Konzern laut einem Bericht der Financial Times seine internationale Führungsebene neu. Rene Haas, der aktuelle CEO des Chipdesigners Arm, soll künftig weite Teile des internationalen Geschäfts von SoftBank leiten. Er behält dabei seine bisherige Position bei Arm bei.
Die erweiterte Verantwortung umfasst die Bereiche Halbleiter, Künstliche Intelligenz und voraussichtlich Robotik. Diese Bündelung der Kompetenzen dient der Umsetzung des „Project Izanagi“. Mit dieser KI-Chip-Strategie positioniert sich SoftBank als direkter Konkurrent zu etablierten Größen wie Nvidia. Die formelle Zustimmung der Vorstände von SoftBank und Arm steht aktuell noch aus. Die großen Kapitaltöpfe des Vision Funds sowie das Energiegeschäft bleiben von dieser Personalie unberührt.
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Milliarden-Finanzierung stützt Expansionskurs
Diese strategische Neuausrichtung erfordert enormen Kapitaleinsatz, den SoftBank über die Anleihemärkte sichert. Die SoftBank Group platzierte Yen-Hybridanleihen für Privatanleger im Volumen von 418 Milliarden Yen (etwa 2,6 Milliarden US-Dollar). Der anfängliche Kupon von 4,97 Prozent markiert dabei einen Höchststand für diese Art von Schuldtiteln des Unternehmens.
Auch auf Ebene der Tochtergesellschaften wird frisches Kapital beschafft. Die Mobilfunksparte SoftBank Corp. gab erstmals auf Euro lautende Anleihen heraus und sammelte 1,2 Milliarden Euro ein. Trotz der Risiken, die mit der aggressiven KI-Expansion des Mutterkonzerns einhergehen, verzeichnete die Emission eine starke Nachfrage mit Investorengeboten von insgesamt über 3,4 Milliarden Euro für die beiden Tranchen mit sechs und zehn Jahren Laufzeit.
Mit der Bündelung nationaler Industriegrößen, der Fokussierung der internationalen Führungsebene auf die Chip-Entwicklung und der massiven Kapitalaufnahme an den Anleihemärkten zementiert SoftBank seine Rolle als zentraler Knotenpunkt der japanischen KI-Strategie. Das Unternehmen nimmt dafür erhebliche finanzielle Verpflichtungen in Kauf, um langfristig technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt zu sichern.
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