Die SoftBank Group verzeichnete am heutigen Donnerstag an der Börse in Tokio deutliche Verluste. Die Aktie des japanischen Technologie-Konzerns sank um 2,27 Prozent auf 4.612 Yen. Hauptverantwortlich für den Abwärtsdruck ist die Kursentwicklung der wichtigen Tochtergesellschaft Arm Holdings. Trotz solider Geschäftszahlen reagierten die Anleger enttäuscht auf den Ausblick des Chip-Designers, was die ambitionierte KI-Strategie von SoftBank-Chef Masayoshi Son belastet.
Starke Quartalszahlen der Tochter reichen nicht aus
Arm Holdings legte am gestrigen Mittwoch die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 1,29 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 1,26 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 0,45 US-Dollar über dem Konsens. Besonders stark entwickelten sich die Lizenzeinnahmen für Rechenzentren, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelten. Dennoch fiel die Aktie von Arm nachbörslich um rund 7 Prozent.
Die Analysten von Morgan Stanley wiesen darauf hin, dass die Lizenzgebühren im Smartphone-Sektor weiterhin unter Druck stehen. Zudem blieb die Prognose für das laufende Quartal mit einem erwarteten Umsatz von etwa 1,38 Milliarden US-Dollar hinter den Hoffnungen einiger Marktteilnehmer zurück, die auf deutlich höhere Werte gesetzt hatten. Da SoftBank einen Großteil der Arm-Anteile hält, wirkt sich diese Skepsis unmittelbar auf den Kurs der Muttergesellschaft aus.
Breiter Tech-Ausverkauf in Asien belastet Kurs
Parallel dazu erlebten asiatische Technologiewerte am gestrigen Mittwoch und am heutigen Donnerstag einen breiten Ausverkauf. In Südkorea verlor der KOSPI-Index getrieben durch Kursverluste bei Schwergewichten wie SK Hynix und Samsung deutlich an Boden. Marktbeobachter werten diese Bewegung als Korrektur nach einer Phase hoher Bewertungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Während sich der japanische Leitindex Nikkei 225 am Donnerstag teilweise stabilisieren konnte, blieb die SoftBank-Aktie infolge des Arm-Berichts im Minus.
SoftBank setzt weiterhin massiv auf die Integration von KI in ihr gesamtes Portfolio. Ein zentraler Pfeiler ist dabei die Nachfrage nach Prozessoren für Künstliche Intelligenz (AGI-CPUs). Für den Zeitraum bis zum Geschäftsjahr 2028 sieht Arm in diesem Segment bereits ein Auftragsvolumen von über 2 Milliarden US-Dollar. Laut Berichten von Jefferies könnten die jährlichen Umsätze in diesem Bereich bis zum Jahr 2031 auf bis zu 18 Milliarden US-Dollar ansteigen.
Finanzielle Herausforderungen und regulatorische Risiken
Trotz der langfristigen Wachstumschancen im KI-Sektor steht das Unternehmen vor kurzfristigen Herausforderungen. Die finanzielle Situation der Gruppe wird durch einen Kredit über 40 Milliarden US-Dollar geprägt, der im März 2027 fällig wird. Zudem lastet eine Untersuchung der US-Handelsbehörde FTC auf der Tochter Arm. Die Behörde prüft seit Mai 2026 mögliche wettbewerbswidrige Praktiken bei der Lizenzvergabe für Chip-Designs. Auch in Südkorea geriet das Unternehmen zuletzt ins Visier der dortigen Kartellwächter.
Im europäischen Handel notiert die SoftBank-Aktie heute vorbörslich bei 24,91 Euro, was einem Plus von 1,65 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs entspricht. Auf Sicht der letzten 30 Tage verzeichnet das Papier jedoch einen deutlichen Rückgang von 24,72 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich umgerechnet auf 155,20 Milliarden Euro. Anleger beobachten nun genau, ob die Unterstützung durch neue KI-Partnerschaften, etwa mit Akteuren wie OpenAI, den aktuellen Abwärtstrend brechen kann.
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