Ein schwerer Ausverkauf im globalen Technologiesektor hat am Freitag die Märkte in Asien und Europa erfasst und die Aktie von SoftBank erheblich belastet. Auslöser für die Verunsicherung der Anleger waren die jüngsten Quartalszahlen der US-Giganten Alphabet und Tesla, die Befürchtungen über eine drohende Blase bei Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) schürten. In diesem Marktumfeld notiert die Aktie von SoftBank aktuell bei 29,67 € und verzeichnet damit ein Minus von 3,98 %.
Alphabet-Zahlen wirken als Belastungsfaktor
Die Stimmung für Technologiewerte verschlechterte sich drastisch, nachdem die Google-Mutter Alphabet ihre Prognosen für Kapitalausgaben (Capex) für das Jahr 2026 massiv angehoben hat. Laut Medienberichten rechnet der Konzern nun mit Ausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden US-Dollar, was einer deutlichen Steigerung gegenüber früheren Schätzungen entspricht. Trotz eines Umsatzwachstums von 24 % und eines starken Cloud-Geschäfts reagierten Investoren verschreckt auf den ersten negativen freien Cashflow in der Geschichte des Unternehmens seit dem Börsengang im Jahr 2004.
Diese Entwicklung wirkte sich unmittelbar auf SoftBank aus, da das Unternehmen als einer der weltweit profiliertesten Investoren im Bereich der Künstlichen Intelligenz gilt. In Japan fielen die Titel des Konzerns im Handelsverlauf am 24. Juli um 7,5 %. Analysten wiesen darauf hin, dass die Sorge vor einer Überinvestition in KI-Infrastruktur ohne kurzfristig sichtbare Renditen derzeit besonders auf Unternehmen fokussiert ist, die wie SoftBank stark in diesem Sektor positioniert sind.
Turbulenzen am japanischen Aktienmarkt
Der gesamte japanische Aktienmarkt litt unter der Schwäche der Technologiewerte. Der Leitindex Nikkei 225 fiel am Freitag um mehr als 2,6 % auf 64.634,04 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 1,28 % nachgab. Allein im Monat Juli summieren sich die Verluste des Nikkei damit auf über 7 %. Neben SoftBank gehörten auch Chipwerte wie Advantest und Tokyo Electron zu den großen Verlierern des Tages.
Parallel dazu findet an den Märkten eine Rotation in defensivere Sektoren statt. Während Technologiewerte gemieden werden, konnten Branchen wie Schifffahrt und Eisenbahnen Gewinne verzeichnen. Die Marktkapitalisierung von SoftBank beläuft sich trotz des aktuellen Rücksetzers weiterhin auf 177,07 Milliarden €.
Makroökonomischer Gegenwind und geopolitische Risiken
Zusätzlich zur KI-Skepsis belasten makroökonomische Faktoren das Marktumfeld. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg nach Angriffen von Houthi-Rebellen auf saudische Tanker erstmals seit Mai wieder über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Dies schürte Inflationssorgen und trieb die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe. Die 10-jährige US-Rendite erreichte mit über 4,7 % den höchsten Stand seit Anfang 2025.
In Japan stieg die Kerninflation im Juni auf 1,6 %, was den ersten Anstieg seit März markiert. Gleichzeitig notiert der Yen gegenüber dem US-Dollar auf einem 40-Jahres-Tief, was die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik der japanischen Zentralbank erhöht. Auch die Ankündigung der USA, neue Zölle von bis zu 12,5 % auf Produkte von 60 Handelspartnern zu erheben, trübte die Stimmung für global agierende Unternehmen wie SoftBank zusätzlich ein. Während Tesla einen massiven Kurssturz von etwa 15 % verkraften musste, verloren die sogenannten „Magnificent Seven“ insgesamt fast 800 Milliarden US-Dollar an Marktwert innerhalb eines einzigen Handelstages.
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