SoftBank dreht sein Portfolio radikal in Richtung generative KI. Aus T-Mobile und Nvidia wurde Kapital. Aus Kapital wurde eine riesige OpenAI-Position. Der Rekordgewinn wirkt stark, allerdings wächst mit jeder neuen KI-Investition auch das Finanzrisiko.
OpenAI ersetzt alte Tech-Wetten
SoftBank verkaufte zuletzt große Pakete an T-Mobile und Nvidia. Die T-Mobile-Verkäufe brachten rund 16,2 Milliarden Dollar ein, Nvidia weitere 5,8 Milliarden Dollar. Damit finanziert der Konzern unter anderem seinen 13-Prozent-Anteil an OpenAI.
Der Einsatz hat sich bilanziell stark ausgezahlt. Per März 2026 lag der beizulegende Wert der OpenAI-Beteiligung bei etwa 79,6 Milliarden Dollar. Binnen eines Jahres entstand damit ein Bewertungsgewinn von rund 45 Milliarden Dollar.
Der Preis dafür ist eine immer größere Konzentration. SoftBank hat inzwischen mehr als 64 Milliarden Dollar für OpenAI zugesagt. Für den Rest des Jahres sind weitere 30 Milliarden Dollar an Folgeinvestitionen geplant.
Rekordgewinn trifft höhere Schulden
Der Vision Fund meldete im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinne von rund 46 Milliarden Dollar. Fast alles hing am steigenden Wert von OpenAI. Der Jahresüberschuss erreichte etwa 5 Billionen Yen, umgerechnet rund 32 Milliarden Dollar.
Damit ist der Gewinn weniger breit abgestützt, als die Schlagzeile vermuten lässt. SoftBank profitiert stark von privaten Bewertungen. Genau das macht die Bilanz empfindlicher.
Die Finanzierung wird anspruchsvoller. SoftBank nutzte zuletzt einen Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar. Im April 2026 zog der Konzern davon 20 Milliarden Dollar.
S&P Global senkte im März 2026 den Kreditausblick auf „negativ“. Die Ratingagentur reagierte damit auf höhere Schulden und die starke Abhängigkeit von OpenAI.
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Am Markt überwog zuletzt die Sorge vor der neuen Balance. Die Aktie gab in den jüngsten Sitzungen um rund 4 Prozent nach. Der japanische Leitindex fiel parallel um 0,98 Prozent.
Ein Grund ist die Bilanzmechanik. Die Loan-to-Value-Quote stieg von 8,4 Prozent auf 18,0 Prozent. Das ist der zentrale Hebel der Nervosität.
Auch die Liquidität schrumpft. Die Cash-Position sank von 4,7 Billionen Yen auf 3,4 Billionen Yen. Kapital fließt in KI, Infrastruktur und Robotik.
Der nächste Test kommt von OpenAI
Die Bewertung hängt nun stark an OpenAI. Im März 2026 kam der KI-Entwickler auf eine Bewertung von 852 Milliarden Dollar. Ein möglicher Börsengang später im Jahr könnte SoftBank mehr Transparenz über den Buchwert liefern.
Parallel baut SoftBank physische KI-Anlagen auf. Dazu zählt eine Investition von 33 Milliarden Dollar in ein Gaskraftwerk in Ohio. Der geplante Ausbau soll künftige Rechenzentren versorgen.
Auch Ampere gehört dazu. SoftBank übernahm das Unternehmen für 6,5 Milliarden Dollar. Die Robotik-Tochter Roze könnte bei einem möglichen Börsengang mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden.
TD Cowen hob das Kursziel von 13 auf 20 Dollar. Die Begründung: Physische KI-Beteiligungen erhöhen den Nettoinventarwert. Das dürfte spannend werden.
Bis zu einem möglichen OpenAI-Börsengang später 2026 hängt die Aktie stark an privaten Bewertungen und am Kredithebel. Steigt OpenAI weiter, stärkt das den Nettoinventarwert; kippt die Bewertung, wird der höhere Verschuldungsgrad sofort sichtbar.
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