Ein bemerkenswerter Widerspruch: SoftBank kündigt die größte Investition seiner Geschichte an – und die Aktie stürzt ab. Am Dienstag verlor das Papier 10,10 Prozent und schloss bei 35,51 Euro. Über die Woche gerechnet summiert sich das Minus auf 25,04 Prozent.
Der Auslöser für die Tagesbewegung sitzt paradoxerweise in Frankreich. SoftBank will dort 75 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren investieren. Ein Prestigeprojekt: 5 Gigawatt Leistung, Standort Hauts-de-France, Betrieb ab 2031 geplant.
Investition ohne Mieter
Das eigentliche Problem: Bislang hat SoftBank keinen einzigen Nutzer für diese Kapazitäten genannt. 75 Milliarden Euro in ein Datenzentrum ohne Kunden – das dürfte Anleger nervös machen.
Der Konzern sucht noch Partner für die Energieversorgung. Auch das spricht dafür, dass das Projekt eher in der Planungs- als in der Realisierungsphase steckt. Kein Wunder also, dass Anleger erst einmal Kasse machen.
Gegen den Trend
Die Schwäche der SoftBank-Aktie fällt aus dem Rahmen. Der japanische Nikkei 225 legte am Dienstag um 2,16 Prozent zu. Besonders Halbleiterwerte erholten sich. Der Grund: Die geopolitische Lage im Nahen Osten entspannte sich leicht – das hatte den Tech-Sektor zuvor belastet.
SoftBank dagegen bleibt unter Druck. Der RSI von 48,3 deutet auf eine neutrale Verfassung hin – nach heftigen Kurssprüngen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 109,84 Prozent. Hohe Ausschläge sind also der Normalfall.
Was bleibt: SoftBank setzt voll auf den KI-Boom. Die Nachfrage nach Rechenzentren steigt, Private-Equity-Gelder fließen in digitale Infrastruktur. Aber ob Frankreich der richtige Standort ist – und wann der erste Kunde kommt –, das muss das Unternehmen in den nächsten Quartalen zeigen.
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