Snap Inc. hat am gestrigen Dienstag Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die bei zentralen Kennzahlen über den Prognosen der Analysten lagen. Das Unternehmen hinter der App Snapchat profitierte dabei von einer Stabilisierung des Werbegeschäfts und einem starken Zuwachs bei seinen Abonnement-Diensten. Trotz der operativ positiven Signale zeigt sich das Marktumfeld für den Technologiewert weiterhin volatil.
Starkes Nutzerwachstum und deutlicher EBITDA-Sprung
Im zweiten Quartal steigerte Snap seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf rund 1,60 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit einem geringeren Wert von etwa 1,54 Milliarden US-Dollar gerechnet. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU), die auf 493 Millionen anstieg. Dies entspricht einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und übertraf die Konsensschätzungen von 488 Millionen Nutzern deutlich.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung beim bereinigten Betriebsergebnis (EBITDA). Dieser Wert kletterte auf 250 Millionen US-Dollar, was einer Vervielfachung gegenüber den im Vorjahr gemeldeten 41 Millionen US-Dollar entspricht. Dennoch verzeichnete das Unternehmen unter dem Strich weiterhin einen Nettoverlust, der sich jedoch auf 164 Millionen US-Dollar verringerte (Vorjahr: 262,6 Millionen US-Dollar). Der Verlust je Aktie belief sich auf 0,10 US-Dollar und fiel damit geringer aus als die erwarteten 0,12 US-Dollar.
An den Märkten sorgten die Zahlen heute dennoch für Verkaufsdruck; die Aktie notiert aktuell bei 4,59 Euro und verliert damit 8,65 Prozent gegenüber dem Vortag. Im bisherigen Jahresverlauf bleibt das Papier mit einem Minus von 31,42 Prozent deutlich unter der Nulllinie.
Abonnements boomen und neue Hardware im Fokus
Ein wesentlicher Pfeiler der Wachstumsstrategie ist der Dienst Snapchat+. Die Umsätze in dieser Sparte, die auch andere Produkte wie Lens+ umfasst, sprangen um 85 Prozent auf 316 Millionen US-Dollar nach oben. Mittlerweile zählt der Dienst über 25 Millionen Abonnenten. Während das Werbegeschäft in Nordamerika mit einem Plus von neun Prozent solide wuchs, verzeichnete Snap in Europa ein Umsatzplus von 33 Prozent.
Parallel zur Software-Entwicklung treibt Snap seine Ambitionen im Bereich Augmented Reality (AR) voran. Für den 16. September kündigte das Unternehmen den Launch der neuen AR-Brille „Specs“ an. Das Gerät soll zu einem Preis von 2.195 US-Dollar zunächst vor allem Entwickler ansprechen. CEO Evan Spiegel betonte, dass eine breite Adaption im Massenmarkt jedoch erst gegen Ende des Jahrzehnts zu erwarten sei. Fragen von Investoren zu konkreten Vorbestellungszahlen wich die Geschäftsführung im Rahmen der Telefonkonferenz aus.
Analysten heben die Daumen trotz Margendruck
Die Reaktion der Analysehäuser auf das Zahlenwerk fiel überwiegend konstruktiv aus, wenngleich die langfristigen Herausforderungen betont wurden. Die Analysten von Jefferies bestätigten ihre Kaufempfehlung und erhöhten das Kursziel für die an der NYSE gelistete Aktie (Ticker: SNAP) von 5,50 auf 6,00 US-Dollar. Sie verwiesen dabei auf die überdurchschnittliche Nutzerentwicklung und die Fortschritte bei der Monetarisierung.
Auch die UBS passte ihre Bewertung an und hob das Kursziel leicht von 5,00 auf 5,70 US-Dollar an, behielt jedoch ihre neutrale Einstufung bei. Kritisch beurteilt wurden von einigen Experten die steigenden Infrastrukturkosten, die Snap für das laufende Jahr auf bis zu 1,70 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Dies könnte den Spielraum für weitere Margenausweitungen begrenzen. Mit einem aktuellen Abstand von 45,13 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie charttechnisch in einem herausfordernden Terrain, auch wenn die Q3-Prognose mit einem erwarteten Umsatz zwischen 1,70 und 1,74 Milliarden US-Dollar über den bisherigen Markterwartungen liegt.
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