Noch am Donnerstag bremsten schwache Pharma-Schwergewichte den Schweizer Leitindex aus, während die übrigen europäischen Börsen und die Wall Street zulegten. Am Freitag dreht der SMI den Spieß um — kurz vor dem Nationalfeiertag am Samstag steuert er auf ein Wochenplus zu.
Halbleiter-Erholung schwappt nach Zürich
Den Ausschlag gab die kräftige Gegenbewegung der Halbleiterwerte in Asien und den USA. Die Nasdaq hatte am Donnerstag mit starken Geschäftszahlen von Microsoft den Auftakt gemacht, Techwerte in Asien und Europa zogen nach. Die Sorgen vor einer breiteren Talfahrt des Sektors traten damit erst einmal in den Hintergrund. Am Mittag notierte der SMI 0,35 Prozent höher bei 14.443,03 Punkten und bewegte sich damit im Gleichschritt mit dem übrigen Europa — der EuroStoxx 50 legte um 0,47 Prozent zu.
Für neue Rekorde reicht die Dynamik nach Einschätzung von Marktbeobachtern zwar kaum. Eine versöhnliche Wochenbilanz nach den Turbulenzen der vergangenen Tage zeichnet sich aber ab.
Holcim übertrifft, doch Anleger bleiben unzufrieden
Unter den Schwergewichten sorgte Holcim für Gesprächsstoff. Der Zementkonzern übertraf mit seinen Halbjahreszahlen die Markterwartungen und hob den Ausblick an. Ein Teil der Investoren hatte sich beim Betriebsgewinn allerdings eine kräftigere Anhebung erhofft — die Aktie geriet nach einem festeren Start ins Minus und verlor 1,6 Prozent.
Der Kontrast zum Vortag könnte kaum größer sein: Am Donnerstag hatten ausgerechnet die Pharma-Riesen den Index nach unten gezogen, nachdem die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung verkündet und für Verunsicherung gesorgt hatte. Am Freitag trägt nun der Technologiesektor die Erholung — ein Muster, das zeigt, wie stark internationale Impulse mittlerweile auch den Schweizer Markt bewegen.
Mit dem Nationalfeiertag am Samstag pausiert der Schweizer Handel für einen Tag. Ob sich die freundliche Stimmung in der kommenden Woche fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Erholung bei Halbleiter- und Technologiewerten über den Wochenwechsel hinaus trägt.
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