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SK Hynix: Chey Tae-won kauft 3.620 Aktien

Singapurs Staatsfonds Temasek plant offenbar, seine Anteile an SK Hynix und Samsung trotz jüngster Kursgewinne aufzustocken. Er stuft die KI-Speicherhersteller als deutlich unterbewertet ein.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Temasek hält Aktien für unterbewertet
  • SK Hynix meldet Rekordzahlen im Q2
  • Chey Tae-won kauft eigene Aktien
  • Aktionärsrückgabe: Details im Q3 erwartet

Manchmal verrät der Kapitalfluss mehr als jede Bilanz. Während SK Hynix noch über die Details seiner Aktionärsrückgabe nachdenkt, ist eine andere Nachricht bemerkenswerter: Der Staatsfonds Temasek aus Singapur hat sich in dieser Woche zu seinem Engagement bei den koreanischen Speicherchip-Riesen geäußert.

Interessant ist nicht, dass Temasek investiert – das tut der Fonds bei SK Hynix und Samsung Electronics bereits seit mehr als zwei Jahren. Interessant ist, dass er nun offenbar nachlegen will, weil er die beiden Konzerne trotz der jüngsten Kursrallye als „severely undervalued“ in der KI-Wertschöpfungskette einstuft.

Ein Sprecher des Fonds erklärte demnach, man habe dazu keinen Rat aus Seoul eingeholt – ein Detail, das die Eigenständigkeit dieser Positionierung unterstreicht.

Das wirft eine Frage auf, die über die einzelne Aktie hinausgeht: Wie kann ein Titel, der sich seit Jahresbeginn um 153 Prozent verteuert hat, aus Sicht eines global aufgestellten Staatsfonds immer noch unterbewertet sein? Die Antwort liegt vermutlich in der Struktur des KI-Booms selbst. Speicherchips, insbesondere High-Bandwidth-Memory, sind zum Flaschenhals einer Industrie geworden, die schneller wächst als ihre Zulieferer bauen können.

Die Kapazitätsfrage als Investmentthese

SK Hynix hat genau darauf reagiert: Der Bau neuer Fabriken in Yongin und Cheongju, am vergangenen Donnerstag genehmigt, ist Ausdruck eines Wettlaufs gegen eine Nachfrage, die laut dem Marktforscher Omdia bei DRAM und NAND bis 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 19 Prozent rechnen lässt.

Seit der Genehmigung hat die Aktie um 3,3 Prozent zugelegt. Das ist kein spekulativer Ausschlag, sondern die Marktreaktion auf ein Unternehmen, das seine Investitionspläne an eine strukturelle, nicht an eine zyklische Nachfrage koppelt.

Wer sich die Bilanz genauer ansieht, versteht auch, warum Temasek von Unterbewertung sprechen kann. Vor rund zwei Wochen legte SK Hynix Zahlen vor, die selbst für ein Boomjahr außergewöhnlich sind: 79,3 Billionen Won Umsatz im zweiten Quartal, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer operativen Marge von 76 Prozent.

Die Aktie hat seither um 17,3 Prozent zugelegt – eine überraschend verhaltene Reaktion angesichts dieser Zahlen, die sich vor allem mit der Enttäuschung über fehlende Details zur Aktionärsrückgabe erklären lässt.

Genau hier liegt die eigentliche Spannung der kommenden Wochen. Das Unternehmen hat versprochen, im dritten Quartal konkrete Zahlen zu Dividenden, Aktienrückkäufen und möglichen Einziehungen zu nennen, verbunden mit dem Ziel, bis 2026 eine Nettocash-Position von 100 Billionen Won aufzubauen.

Ende Juli lag das Nettocash bereits bei 69,4 Billionen Won, ein Sprung von 33,6 Billionen Won allein im Quartalsvergleich. Medienberichten zufolge könnten die kombinierten Ausschüttungen von SK Hynix und Samsung zusammen 200 Billionen Won übersteigen – eine Größenordnung, die selbst in einer Branche mit Rekordgewinnen ungewöhnlich wäre.

Wenn der Vorstandschef selbst kauft

Ein Detail passt in dieses Bild und wirkt fast wie ein persönliches Bekenntnis: SK-Group-Chairman Chey Tae-won kaufte Anfang August im offenen Markt 3.620 Stammaktien von SK Hynix, ein Investment von umgerechnet rund 3,5 Millionen Dollar. Die Begründung, die über die Konzernmitteilung verbreitet wurde, war denkbar direkt – er habe die Aktie für „exzessiv unterbewertet“ gehalten.

Ob man das als verantwortungsvolle Geste liest oder als Signal an die Kapitalmärkte, bleibt Interpretationssache. Fakt ist: Institutionelle und Konzerninsider kaufen in einer Phase, in der Privatanleger laut Handelsdaten der koreanischen Börse eher Gewinne mitnehmen – am 12. August verkauften Privatanleger netto 3,19 Billionen Won, während ausländische Investoren 2,84 Billionen Won zukauften.

Die Aktie notiert derzeit bei 1.645.000 Won, rund 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von knapp 3 Millionen Won, das im Juni erreicht wurde. Die Volatilität von 139 Prozent auf Jahresbasis zeigt, wie nervös der Markt auf jede neue Nachricht reagiert.

Gleichzeitig baut SK Hynix an mehreren Fronten weiter aus: ein Team für Wachstumsfelder jenseits des klassischen Speichergeschäfts, Überlegungen zu einer Fab in den USA, ein möglicher Cluster im Südwesten Koreas.

Die eigentliche Kursfrage dürfte im Oktober beantwortet werden, wenn die nächsten Quartalszahlen anstehen – doch die Ausschüttungsdetails, für das dritte Quartal angekündigt, könnten schon vorher zum entscheidenden Test werden, ob der Markt der Bewertungsthese von Temasek folgt.

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Diskussion zu SK Hynix

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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