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Symbolbild, KI-generiert

SK Hynix Aktie: Wie lange trägt der Speicher-Superzyklus die Rally noch?

SK Hynix gewinnt 3,6 Prozent, während Analysten auf knappe Speicherbestände setzen. Verkauf, Kredite und Tarifvotum bleiben jedoch offen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie seit Jahresbeginn 186 Prozent höher
  • Daeshin Securities hebt Kursziel auf 3.200.000 Won
  • Chongqing-Verkauf weiterhin nicht entschieden
  • Neue Tarifabstimmung im September geplant

Ausgangslage

SK Hynix hat am heutigen Mittwoch um 3,6 Prozent auf 1.858.000 Won zugelegt, nach einem gestrigen Schlusskurs von 1.793.000 Won. Damit summiert sich der Anstieg der vergangenen sieben Handelstage auf 15 Prozent, binnen 30 Tagen auf 31 Prozent. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 186 Prozent im Plus.

Auslöser der jüngsten Bewegung ist eine Serie von Analysteneinschätzungen: Goldman Sachs sieht die schlimmste Phase der Speicherkrise als überwunden an, und Ryu Hyun-jin von Daeshin Securities hat sein Kursziel für SK Hynix auf 3.200.000 Won angehoben – ein Aufschlag von 72 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau, begründet mit einem erwarteten Angebotsdefizit bei Speicherchips im Jahr 2027.

Parallel dazu laufen mehrere operative Fäden, die für Anleger derzeit mehr Fragen als Antworten liefern. Das Unternehmen hat gegenüber der Korea Exchange bestätigt, dass noch keine Entscheidung über den kolportierten Verkauf eines Anteils am Verpackungswerk in Chongqing im Volumen von rund 4 Billionen Won gefallen ist – eine weitere Offenlegung soll binnen drei Monaten folgen.

Zudem hat SK Hynix sechs Vermögensverwalter beauftragt, insgesamt rund 3 Billionen Won in Kreditanlagen zu investieren, wobei konkrete Pläne noch offen sind.

Und innerhalb der Belegschaft steht eine Nachwahl an: Nachdem die Gewerkschaft einen Tarifvertrag mit einer Lohnerhöhung von 6,3 Prozent knapp mit 7.535 zu 7.510 Stimmen abgelehnt hat, soll ab kommendem Dienstag über überarbeitete Konditionen erneut abgestimmt werden.

Die entscheidende Frage

Im Kern dreht sich die Bewertung von SK Hynix um eine Kennzahl: die Lagerbestände an Speicherchips. Laut KB Securities liegen die Bestände bei Samsung und SK Hynix inzwischen bei unter zehn Tagen – ein historisch niedriger Wert.

Trifft dies auf ein Nachfragewachstum, das laut Marktbeobachtungen allein bei einem einzelnen HBM-Kunden für 2028 mehr als 40 Milliarden Gigabit umfassen soll, während die globale DRAM-Produktion 2027 nur um rund 20 Prozent steigen dürfte, entsteht rechnerisch eine Angebotslücke. Ob diese Lücke tatsächlich eintritt und wie lange sie anhält, ist die Variable, an der sich Kursziel und Risiko gleichermaßen aufhängen.

Bullisches Szenario

Bleibt das Lagerdefizit bestehen, während gleichzeitig die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory für KI-Beschleuniger weiter anzieht, spricht vieles für anhaltenden Preisauftrieb. Der weltweite HBM-Markt wird für 2026 auf 54,6 Milliarden Dollar taxiert, ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. SK Hynix hält im DRAM-Weltmarkt einen Anteil von 25 Prozent, hinter Samsung mit 38 Prozent.

Sollte sich die von Ryu Hyun-jin skizzierte Angebotsknappheit für 2027 bestätigen, hätte SK Hynix als einer der beiden führenden HBM4-Anbieter für Nvidia eine starke Verhandlungsposition bei Preisen und Lieferverträgen. Auch die geplante Kreditinvestition über Vermögensverwalter deutet auf finanziellen Spielraum für weitere Kapazitätsausbauten hin.

Bärisches Risiko

Dem stehen ernstzunehmende Gegenkräfte entgegen. Kioxia-CEO Hiroo Outa hat am heutigen Mittwoch nicht nur eine engere Produktionskooperation mit SK Hynix dementiert, sondern auch angekündigt, weitere NAND-Preiserhöhungen zu bremsen – nachdem die Durchschnittspreise im zweiten Quartal bereits um 70 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesprungen waren. Das signalisiert, dass zumindest ein Teil der Branche die aktuelle Preisrally für ausgereizt hält.

Samsung wiederum hat in Yokohama ein Forschungszentrum für fortschrittliches Packaging eröffnet, um den Rückstand bei HBM gegenüber SK Hynix zu verkleinern – ein möglicher Wettbewerbsdruck für die Marge.

Auf Makroebene warnt Christopher Wood von Jefferies, dass ein Anstieg der US-Zehnjahresrendite über 5 Prozent als ernste Bedrohung für die aktuellen Bewertungen gelten müsse; zudem hält er es für wahrscheinlich, dass viele Hyperscaler ihre KI-Investitionen nicht in vollem Umfang zurückverdienen werden.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 119 Prozent und einem Abstand von 38 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won zeigt der Kurs bereits, wie nervös der Markt auf neue Signale reagiert.

Ausblick

Solange die Lagerbestände knapp bleiben und die HBM-Nachfrage die Prognosen bestätigt, dürfte das bullische Szenario dominieren und Kursziele wie jenes von Daeshin Securities im Gespräch bleiben.

Kippt dagegen die Preisdisziplin – etwa wenn weitere Anbieter dem Beispiel von Kioxia folgen und Preiserhöhungen zurückhalten, oder wenn steigende US-Zinsen die Bewertung von Wachstumswerten belasten – dürfte die Rally rasch an Schwung verlieren.

Konkrete Wegmarken für die kommenden Wochen sind die für den 10. September angekündigte Offenlegung überarbeiteter Tarifkonditionen, die Nachwahl der Belegschaft am 15. und 16. September sowie die binnen drei Monaten fällige weitere Stellungnahme zum möglichen Verkauf der Chongqing-Beteiligung. Bis dahin bleibt der Speicherzyklus die zentrale Determinante für die Bewertung von SK Hynix.

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Diskussion zu SK Hynix

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.