Koreas Volatilitätsindex VKOSPI hat am Mittwoch ein Allzeithoch erreicht — und übertraf dabei sogar den Wert aus der Finanzkrise 2008. SK Hynix steckt mittendrin.
Die Aktie schloss bei 2.048.000 Won, ein Tagesverlust von 7,54 Prozent. Das ist die Fortsetzung einer wilden Woche: Am Dienstag war der Kurs noch um fast 16 Prozent nach oben geschossen — nur um diesen Gewinn am nächsten Tag wieder teilweise abzugeben.
Geopolitik trifft Inflation
Der Ausverkauf hat zwei Treiber. Erstens: Die USA haben am Montag Militärschläge gegen den Iran geflogen. Iran kündigte Gegenschläge auf US-Stützpunkte an. Die Risikoaversion stieg sofort. Zweitens: Die US-Inflationsdaten für Mai standen zur Veröffentlichung an. Markterwartungen lagen bei einem Jahresanstieg von 4,2 Prozent — das wäre der höchste Wert seit mehr als drei Jahren. Anleger fragten sich, ob die Fed daraufhin die Zinsen weiter anheben würde.
Der KOSPI verlor 4,52 Prozent. Der VKOSPI kletterte auf 91,23 — und überbot damit seinen bisherigen Rekord von 89,30 aus dem Jahr 2008. Die Korea Exchange setzte kurzzeitig automatische Verkaufsorders aus, nachdem KOSPI-200-Futures mehr als fünf Prozent unter den Referenzpreis gefallen waren.
Rekordschulden und staatliche Eingriffe
Die institutionellen Spannungen verschärfen sich. Koreanische Privatanleger hielten Anfang Juni Marginkredite in Rekordhöhe von 37,74 Billionen Won. Das erhöht das Risiko von Zwangsliquidationen, wenn die Kurse weiter fallen. Korea Investment & Securities hat den Marginhandel bereits ausgesetzt, weil die eigenen Kreditlimits ausgeschöpft waren.
Finanzminister, Zentralbank und Finanzaufsicht reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung. Sie kündigten sofortige Maßnahmen gegen übermäßige Volatilität an und warnten ausdrücklich vor Hebelrisiken.
ETF-Chaos verstärkt die Schwankungen
Eine eigene Debatte dreht sich um gehebelte ETFs auf SK Hynix. Das KIM ACE SK Hynix Single Stock Leverage ETF — konzipiert, um das Doppelte der täglichen Kursrendite zu liefern — stürzte am Dienstag um 27 Prozent ab, während SK Hynix selbst um 16 Prozent stieg. Am Montag hatte das Produkt 50 Prozent zugelegt, obwohl die Aktie fast acht Prozent verlor. Die Korea Exchange setzte das Produkt auf eine Warnstufe wegen der Abweichung zwischen Nettoinventarwert und Marktpreis. Korea Investment Management Co. erklärte die Anomalie mit fehlender Liquidität.
Anders bewertet CSOP Asset Management den eigenen, in Hongkong notierten Hynix-ETF mit einem Volumen von zehn Milliarden Dollar. CIO Wang Yi sagte, das tägliche Rebalancing des Fonds zeige kaum Korrelation mit den Kursschwankungen der Aktie — auch in besonders volatilen Phasen.
Strukturell relevant: Koreanische ETF-Anbieter führen das Rebalancing intern durch. Wenn mehrere Produkte gleichzeitig in dieselbe Richtung handeln, können sie die Schwankungen im Basiswert verstärken.
Langfristige Stärke bleibt
Trotz der Turbulenzen bleibt die strukturelle Nachfragestory intakt. SK Hynix hält laut Counterpoint-Daten 58 Prozent des globalen HBM-Markts im ersten Quartal. Samsung und Micron kommen je auf 21 Prozent.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch immer rund 202 Prozent im Plus. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.522.300 Won — der aktuelle Kurs notiert mehr als 34 Prozent darüber.
Kapitalmarktseitig läuft ein weiteres Projekt: SK Hynix hat im März vertraulich Unterlagen bei der SEC für ein mögliches ADR-Listing in den USA eingereicht. Das Angebot könnte bis zu 14 Milliarden Dollar einbringen und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen. Die SEC könnte die Zulassung bereits in der Woche ab dem 22. Juni erteilen.
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