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SK Hynix Aktie: Temasek prüft Einstieg

SK Hynix meldet starke Quartalswerte, während Beschäftigte das Lohnmodell ablehnen und Temasek einen Einstieg in den Konzern prüft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Belegschaft weist Vergütungspaket knapp zurück
  • HBM4 treibt operative Rekordwerte
  • Temasek prüft koreanische Direktinvestition
  • Solidigm erweitert Dalian-Kapazitäten

SK Hynix steckt zwischen Rekordgewinnen und internen Spannungen. Die Belegschaft hat am Mittwoch vergangener Woche das ausgehandelte Lohnpaket knapp abgelehnt – nur 25 Stimmen fehlten für eine Zustimmung.

Von 15.045 abgegebenen Stimmen votierten 50,08 Prozent dagegen. Damit muss der Speicherchiphersteller erneut mit der Gewerkschaft verhandeln, obwohl die vorherige Einigung bereits eine 6,3-prozentige Gehaltserhöhung sowie Gewinnbeteiligungen vorsah, die zu 40 Prozent in bar und zu 60 Prozent in Unternehmensaktien ausgezahlt werden sollten – ein Bruch mit der bisherigen reinen Bar-Praxis.

Rekordquartal trifft auf Belegschaftsunmut

Der Zeitpunkt der Ablehnung wirkt heikel, denn operativ läuft es für SK Hynix derzeit so gut wie nie zuvor. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 79,3187 Billionen Won bei einem operativen Gewinn von 60,5426 Billionen Won – eine operative Marge von 76 Prozent.

Der Nettogewinn belief sich auf 93,9226 Billionen Won. Umsatz und operativer Gewinn legten im Jahresvergleich um 257 beziehungsweise 557 Prozent zu. Erstmals in der Firmengeschichte überschritt der kumulierte Halbjahresumsatz die Marke von 100 Billionen Won.

Treiber dieser Entwicklung ist der Hochleistungsspeicher HBM4, dessen Massenproduktion im zweiten Quartal anlief. Die Ausbeute und Qualität nähern sich bereits dem Niveau des ausgereiften Vorgängers HBM3E an.

SK Hynix schloss zudem langfristige Lieferverträge mit rund zehn Kunden ab, die Fertigung soll in der zweiten Jahreshälfte weiter hochgefahren werden. Vor diesem Hintergrund wirkt die Verweigerungshaltung der Belegschaft wie ein Signal, dass die Beschäftigten am außergewöhnlichen Erfolg stärker teilhaben wollen, als es das bisherige Angebot vorsah.

Temasek prüft historischen Einstieg

Parallel zu den Lohnverhandlungen sorgt eine mögliche Kapitalbeteiligung für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge plant der singapurische Staatsfonds Temasek Holdings eine Direktinvestition in SK Hynix und Samsung Electronics. Ein solcher Schritt wäre für Temasek die erste Investition am koreanischen Aktienmarkt überhaupt.

Der Fonds steht demnach bereits mit der koreanischen Regierung in Kontakt, um den Zeitpunkt der Investition abzustimmen. Als die Nachricht Mitte des Monats bekannt wurde, weiteten sich die Kursgewinne der Aktie zeitweise auf mehr als 8 Prozent aus.

Auch auf der Kapazitätsseite treibt SK Hynix die Expansion voran. Die Tochtergesellschaft Solidigm hat die Investitionen in die Fab 2 im chinesischen Dalian wieder aufgenommen und den Fabrikbau abgeschlossen.

Die Installation der Anlagen könnte bereits im November beginnen, die Massenproduktion von NAND-Speicher ist für die erste Hälfte 2027 vorgesehen. Die Erweiterung soll der bestehenden Kapazität von 100.000 Wafern pro Monat in Dalian Fab 1 rund 50.000 Wafer monatlich hinzufügen – ein Kapazitätsplus von etwa der Hälfte am Standort.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch

An der Börse zeigt sich die Aktie zum Wochenstart robust: Sie legte um 1,3 Prozent zu und notiert bei 1.674.000 Won, nach einem Freitagsschluss von 1.653.000 Won.

Der Wert bleibt jedoch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won von Ende Juni entfernt und liegt derzeit rund 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Über den Jahresverlauf steht dennoch ein Plus von 158 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 735,31 Milliarden Euro.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: operative Bestwerte und ein möglicher prominenter Ankerinvestor auf der einen Seite, ein ungelöster Tarifkonflikt auf der anderen. Der nächste Quartalsbericht am 27. Oktober dürfte zeigen, ob sich die HBM4-Dynamik fortsetzt – und ob bis dahin eine Einigung mit der Belegschaft steht.

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Diskussion zu SK Hynix

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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