SK Hynix erwägt einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge den Bau eines Speicherchip-Werks in der japanischen Präfektur Miyagi. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, teilte das Unternehmen mit. Grundsätzlich komme jeder Standort mit der nötigen Infrastruktur als Kandidat in Frage, hieß es von Unternehmensseite.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der SK Hynix seine Kapazitäten ohnehin kräftig ausbaut. Bereits Mitte des Monats hatte CNBC über den umfangreichen Ausbau der KI-Speicherfertigung berichtet, wonach der Yongin-Cluster im Februar in Produktion gehen soll.
Südkoreas Präsident dränge die Konzerne SK Hynix und Samsung zudem, ihre Speicherkapazitäten im Rahmen eines Förderpakets für die Chipindustrie im Umfang von mindestens 22 Milliarden Dollar auszubauen. Ein möglicher Standort in Japan würde die globale Fertigungsbasis des Unternehmens über Südkorea hinaus erweitern.
Lohnabkommen vor dem Abschluss
Parallel zur Standortfrage bahnt sich beim Thema Löhne eine Einigung an. Die südkoreanische Arbeitnehmervertretung feilt laut Reuters an der endgültigen Formulierung eines vorläufigen Tarifabschlusses mit dem Management, der noch von den Mitgliedern bestätigt werden muss.
Nach Reuters-Berechnungen käme dabei eine durchschnittliche Auszahlung von 779 Millionen Won pro Beschäftigtem für 2026 zustande. Frühere Verhandlungsrunden waren an knappen Abstimmungsergebnissen gescheitert, diesmal deutet sich ein Abschluss an.
Kapitalrückgabe bleibt Kurstreiber
Die vor rund zwei Wochen angekündigte Kapitalrückgabe wirkt weiter nach: Seither hat die Aktie um 14,4 Prozent zugelegt. Der Vorstand hatte einen Aktienrückkauf über 40 Billionen Won samt vollständiger Einziehung der Papiere beschlossen, die Rückkäufe laufen vom 20. August bis zum 19. November mit bis zu 24 Millionen Aktien.
Zugleich hob das Unternehmen sein Ziel für Ausschüttungen an die Aktionäre auf mehr als 50 Prozent des kumulierten freien Cashflows für die Jahre 2025 bis 2027 an. Reuters Breakingviews ordnete den Schritt als Zeichen wachsenden Drucks auf südkoreanische Chiphersteller ein, ihre Boom-Gewinne stärker mit Investoren zu teilen.
Am Markt zeigt sich die Kombination aus Kapitalrückgabe, Investitionsoffensive und möglicher Werksexpansion in robuster Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 1.720.000 Won und damit 1,9 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs.
Auf Monatssicht steht ein Plus von 11 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 165 Prozent verteuert. Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende Juni ist das Papier derzeit 42 Prozent entfernt, was angesichts der zwischenzeitlichen Konsolidierung wenig überrascht.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus internationaler Kapazitätsausweitung, geklärter Lohnfrage und fortlaufendem Rückkaufprogramm der zentrale Bezugspunkt. Ob Japan tatsächlich zum Fertigungsstandort wird, dürfte sich erst in den kommenden Monaten entscheiden.
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