SK Hynix steckt in gleich zwei ungeklärten Verhandlungen, die für Anleger Klarheit über künftige Kostenbelastungen schaffen sollen. In einer Pflichtmitteilung erklärte das Unternehmen am Freitag, die Speicherchip-Tochter Solidigm prüfe Maßnahmen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Eine konkrete Kapitalmaßnahme sei aber noch nicht beschlossen. SK Hynix kündigte an, weitere Details zu veröffentlichen, sobald sie feststehen, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten. Damit reagierte der Konzern auf zuvor kursierende Medienberichte über eine mögliche Pre-IPO-Finanzierung von umgerechnet 5 Billionen Won.
Parallel dazu verhandelt SK Hynix mit dem staatlichen Energieversorger Korea Electric Power Corp über die Stromkosten seiner Fertigungsanlagen. KEPCO bestätigte, den größten Stromabnehmern des Landes ein Vorauszahlungsmodell vorgeschlagen zu haben.
Details zu Teilnahmequote, Zinssatz, Zahlungshöhe und Laufzeit stünden allerdings noch nicht fest. Reuters berichtete unter Berufung auf eine Zeitungsmeldung, KEPCO habe SK Hynix vorgeschlagen, bis 2031 insgesamt 5 Billionen Won im Voraus zu entrichten. Bestätigt ist diese Zahl von keiner der beiden Parteien.
Zwei offene Baustellen, ein gemeinsamer Nenner
Beide Verhandlungsstränge drehen sich letztlich um dieselbe Frage: Wie finanziert SK Hynix die enormen Investitionen, die der anhaltende Speicherchip-Boom erfordert.
Der Konzern hatte Ende August angekündigt, die Massenproduktion von HBM4E-Chips am Standort Indiana im dritten Quartal 2029 aufzunehmen, und rechnet mit einer Verknappung bei Speicherchips bis Ende 2030. Am selben Tag erfolgte der Spatenstich für eine neue Verpackungsanlage in den USA mit einem Investitionsvolumen von 4 Milliarden Dollar.
Solche Großprojekte binden Kapital über Jahre, während gleichzeitig die operativen Stromkosten in Südkorea steigen könnten, sollte das KEPCO-Modell umgesetzt werden. Eine ungeklärte Kapitalstruktur bei Solidigm verschärft die Unsicherheit zusätzlich, zumal SK Hynix erst im Juli einen milliardenschweren Börsengang der US-Hinterlegungsscheine abgeschlossen hatte.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.647.000 Won und legte damit um 2,1 Prozent zu. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 0,4 Prozent, auf Monatssicht ein Rückgang von 1,3 Prozent zu Buche.
Der Titel notiert damit rund 11 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine gewisse Konsolidierung nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate hindeutet. Seit Jahresbeginn liegt SK Hynix dennoch mit 154 Prozent im Plus.
Diese Kombination aus laufender Konsolidierung und ungeklärten Finanzierungsfragen dürfte die Volatilität vorerst hoch halten. Anleger warten nun auf konkrete Zahlen sowohl von KEPCO als auch zur Solidigm-Kapitalmaßnahme, die innerhalb der nächsten drei Monate erwartet wird.
SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 6. September liefert die Antwort:
Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SK Hynix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
