SK Hynix hat in den vergangenen Handelstagen eine bemerkenswerte Kehrtwende hingelegt. Nachdem die Aktie am 8. Juni im Zuge eines Kospi-Kollapses mit Handelsstopp um mehr als acht Prozent eingebrochen war, kündigten Nvidia und SK Hynix eine mehrjährige Partnerschaft zur Entwicklung von KI-Speicherchips an.
Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete die Kurskorrektur bei Technologiewerten seither als Kaufgelegenheit und betonte, fortschrittlicher Speicher sei das Fundament für KI-Computing. Die Kooperation umfasst die gemeinsame Entwicklung von Speicherlösungen sowie die Nutzung von CUDA-X und Omniverse für die Digitalisierung von Fabriken.
Ausländisches Kapital fließt in großem Stil zu
In der Woche bis zum 16. August kauften ausländische Investoren netto 7,84 Billionen Won an Kospi-Aktien – SK Hynix und Samsung Electronics vereinten davon 71,3 Prozent auf sich.
Allein auf SK Hynix entfielen 2,79 Billionen Won an Nettokäufen. Damit setzt sich ein Muster fort, das Analysehäuser mit der Erwartung auf anhaltend starke KI-Nachfrage, robuste Geschäftszahlen und zusätzliche Aktionärsrückgaben im dritten Quartal begründen.
Der Schlusskurs von 1.645.000 Won am Freitag, ein Plus von 3,3 Prozent auf Tagesbasis, fügt sich in dieses Bild ein – auch wenn das Papier mit einem Abstand von 19 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt weiterhin deutlich unter dem im Frühsommer erreichten 52-Wochen-Hoch notiert.
Bilanz zeigt wachsende Finanzkraft
Die fundamentale Basis für diesen Optimismus liefert die Bilanzentwicklung des ersten Halbjahres. SK Hynix baute seine Barreserven inklusive kurzfristiger Finanzinstrumente um mehr als 53 Billionen Won auf 87,96 Billionen Won aus, während die Schulden um 3,66 Billionen Won auf 18,59 Billionen Won sanken.
Zusammen mit Samsung Electronics erhöhten die beiden Chip-Konzerne ihre kombinierten Barreserven binnen sechs Monaten um 117 Billionen Won auf 277,91 Billionen Won – ein Polster, das nach Einschätzung von Beobachtern zusätzliche Kapazitäten für Investitionen und Ausschüttungen schafft.
Der operative Gewinn von SK Hynix erreichte im ersten Halbjahr 98,15 Billionen Won, nachdem im zweiten Quartal allein ein Rekordumsatz von 79,32 Billionen Won und ein operativer Gewinn von 60,54 Billionen Won – ein Plus von 557 Prozent gegenüber dem Vorjahr – zu Buche standen, getragen von einer operativen Marge von 76 Prozent und dem Start der Massenproduktion von HBM4-Chips.
Solidigm-Börsengang als Unsicherheitsfaktor
Nicht alle Nachrichten sind ungetrübt positiv. Gerüchte um einen möglichen Nasdaq-Börsengang der US-Tochter Solidigm, die aus der Übernahme des Intel-NAND- und SSD-Geschäfts hervorging, sorgen für Diskussionen unter Anlegern.
Bei einer angenommenen Bewertung von rund 50 Billionen Won und einem möglichen Pre-IPO-Volumen von bis zu 10 Billionen Won äußerte Toss Securities-Analyst Lee Young-gon die Sorge, eine separate Notierung könnte den Aktionärswert von SK Hynix verwässern, da der Mutterkonzern mitten in einer Umstrukturierung steckt.
Ausblick: Fed-Kommentare als nächster Katalysator
Für die kommenden Tage rücken die Fed-Kommentare beim Notenbanktreffen in Jackson Hole vom 21. bis 22. August in den Fokus der Anleger. Der Konsens für den operativen Gewinn 2027 liegt bei 391,82 Billionen Won – eine Zahl, die die aktuelle Bewertung der Aktie mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 139 Prozent und einem RSI von 47,3 rechtfertigen soll.
Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 712,68 Milliarden Euro und einem Kursplus von 153 Prozent seit Jahresbeginn bleibt SK Hynix einer der am stärksten gehandelten Werte am Kospi, dessen Kurs zuletzt binnen sieben Handelstagen um 16 Prozent zulegte.
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