SK Hynix und NVIDIA haben am 7. Juni 2026 eine mehrjährige Technologiepartnerschaft besiegelt. Der Deal verankert den koreanischen Speicherchiphersteller tief in NVIDIAs gesamtem Produktportfolio — von KI-Supercomputern bis zu Robotikplattformen. Ausgerechnet jetzt gerät die Aktie unter Druck.
Mehr als ein Liefervertrag
Die Vereinbarung geht weit über eine klassische Lieferbeziehung hinaus. SK Hynix entwickelt gemeinsam mit NVIDIA Speicher für die Vera-Rubin-KI-Supercomputer, Vera-CPUs, RTX-Spark-PCs und die Jetson-Thor-Robotikplattform. Das deckt NVIDIAs gesamte Infrastruktur-Roadmap ab.
Hinzu kommt eine industrielle Dimension. Beide Unternehmen wollen KI in die Halbleiterfertigung selbst integrieren. SK Hynix nutzt dafür NVIDIAs CUDA-X-Bibliotheken und PhysicsNeMo, um Chip-Simulationen zu beschleunigen. Außerdem plant SK Hynix digitale Fabrik-Zwillinge auf Basis von NVIDIA Omniverse — mit dem Ziel vollständig autonomer Fab-Operationen.
„Wir entwickeln gemeinsam die nächste Generation von Speicher für KI-Fabriken und wenden KI auf Design und Fertigung an — Arbeit, die die Zukunft der KI-Infrastruktur prägen wird“, sagte SK-Group-Chairman Chey Tae-won.
Marktführer mit vollem Auftragsbuch
SK Hynix ist im HBM-Markt bereits dominant. Der Konzern hält 58 Prozent des globalen HBM-Markts im ersten Quartal 2026 — Samsung und Micron kommen jeweils auf 21 Prozent. Die HBM-Kapazität für 2026 ist vollständig ausverkauft, Engpässe sollen bis 2027 anhalten.
Aktuell liefert SK Hynix an NVIDIA die sechste HBM-Generation HBM4 sowie LPDDR5X-Speicher. Samples der siebten Generation HBM4E sollen noch in der zweiten Jahreshälfte folgen, die Massenproduktion ist für 2027 geplant. Parallel dazu will SK Hynix seine Speicherkapazität innerhalb von fünf Jahren verdoppeln — mit Investitionen in Werke in Cheongju, den Yongin-Halbleitercluster und eine Verpackungsanlage in den USA.
Goldman Sachs hat im April die Prognose für die DRAM-Angebotslücke 2026 auf 4,9 Prozent angehoben — der schwerste Engpass seit 15 Jahren.
Broadcom-Schock trifft den Kurs
Trotz der strategischen Stärke steht die Aktie unter Druck. Nach einem 52-Wochen-Hoch von 2.407.000 KRW am 2. Juni schloss SK Hynix am Mittwoch bei 2.048.000 KRW — ein Minus von fast 11 Prozent in sieben Handelstagen. Der Jahresgewinn bleibt mit gut 200 Prozent dennoch außergewöhnlich.
Auslöser des Rückschlags war ein enttäuschender KI-Ausblick von Broadcom, der einen breiten Ausverkauf bei Halbleiterwerten auslöste. Kein Wunder, dass auch SK Hynix mitgerissen wurde.
Samsung als Risikofaktor
Ein strukturelles Risiko bleibt bestehen. Samsungs HBM4-Ausbeute liegt noch unter 60 Prozent, während SK Hynix bei seinem 1c-DRAM bereits 80 Prozent erreicht. Allerdings hat Samsung bereits eine Qualifizierung für NVIDIAs Vera-Rubin-Plattform erhalten. Gelingt Samsung im zweiten Halbjahr 2026 die HBM4-Massenproduktion, könnte SK Hynix‘ Marktanteil auf 50 bis 60 Prozent sinken.
Die neue NVIDIA-Partnerschaft verankert SK Hynix strukturell über alle Produktlinien hinweg — das schafft eine Absicherung, die reine Lieferverträge nicht bieten. Ob das ausreicht, um einen möglichen Marktanteilsverlust zu kompensieren, hängt davon ab, wie schnell Samsung seinen Produktionsrückstand aufholt.
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