Lange Zeit galt die Rangordnung in Südkoreas Halbleiterindustrie als in Stein gemeißelt. Nun hat SK Hynix das Unmögliche geschafft und Samsung Electronics bei der Bewertung überholt. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte weist der Speicherchiphersteller ein höheres erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis auf als der übermächtige Rivale. Ein symbolischer Wendepunkt, der die Machtverhältnisse im Sektor neu ordnet.
Das erwartete KGV für 2026 liegt bei SK Hynix nun bei 6,79, während Samsung auf 6,77 abrutschte. Noch im Winter klaffte hier eine deutliche Lücke zugunsten von Samsung. Der Rollentausch basiert auf einer simplen, aber mächtigen Dynamik im Speichermarkt.
Ausverkauft bis auf den letzten Chip
SK Hynix hat schlichtweg keine freien Kapazitäten mehr. Die gesamte Produktion von DRAM-, NAND- und High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) ist bereits fest vergeben. Das schlägt sich in historischen Margen nieder. Im ersten Quartal des laufenden Jahres erzielte der Konzern eine operative Marge von 72 Prozent und übertraf damit sogar Nvidia.
Goldman Sachs beziffert die aktuelle DRAM-Versorgungslücke auf 4,9 Prozent. Das entspricht der schwersten Knappheit seit 15 Jahren. Großkunden wie Microsoft und Google prüfen inzwischen direkte Investitionen in neue Fabriken, um sich künftige Lieferungen zu sichern. SK Hynix profitiert davon enorm, da rund 90 Prozent der eigenen HBM-Produktion direkt an Nvidia fließen.
Samsungs Probleme und das HBM4-Risiko
Während SK Hynix von Rekord zu Rekord eilt, kämpft Samsung mit internen Konflikten. Beispiellose Streikrisiken belasten den Konzern. Analysten von JPMorgan schätzen, dass die geforderten Lohnerhöhungen den operativen Gewinn von Samsung um bis zu zwölf Prozent schmälern könnten.
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Die Dominanz von SK Hynix ist allerdings nicht unantastbar. Gelingt Samsung im zweiten Halbjahr 2026 der Start der HBM4-Massenproduktion, droht SK Hynix ein Verlust von Marktanteilen. Aktuell liegt Samsungs Ausbeute bei HBM4 noch unter 60 Prozent. SK Hynix erreicht bei vergleichbaren Fertigungsschritten bereits Quoten von 80 Prozent.
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke in einer massiven Rally wider. Seit Jahresbeginn schoss die SK-Hynix-Aktie um fast 169 Prozent nach oben. Erst Mitte Mai markierte das Papier ein Rekordhoch bei 1.976.000 Won.
Am heutigen Freitag setzten indes Gewinnmitnahmen ein. Der Kurs fiel um 7,66 Prozent auf 1.819.000 Won. Bei einem RSI von knapp 69 bleibt das Papier heiß gelaufen. Jeder Hinweis auf eine nachlassende Nachfrage oder Fortschritte bei Samsungs HBM4-Produktion könnte nun scharfe Korrekturen auslösen.
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