SK Hynix treibt eine der größten Kapitalmarkttransaktionen der koreanischen Unternehmensgeschichte voran. Der Speicherchiphersteller hat vertraulich eine F-1-Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht — mit dem Ziel, noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 American Depositary Receipts (ADRs) an einer US-Börse zu platzieren und dabei bis zu 14 Milliarden Dollar einzusammeln.
Bewertungslücke als Triebfeder
Hinter dem Schritt steckt ein konkretes Kalkül: SK Hynix wird an der koreanischen Börse mit dem rund Elffachen des Gewinns bewertet — während der US-Wettbewerber Micron Technology auf etwa das 29-Fache kommt. Das, obwohl SK Hynix im dritten Quartal 2025 mit 11,38 Billionen Won operativen Gewinn etwa doppelt so viel erwirtschaftete wie Micron im gleichen Zeitraum.
Ein US-Listing würde zudem die Aufnahme in den Philadelphia Semiconductor Index (SOX) ermöglichen. Das würde passive Indexfonds zwingen, die Aktie zu kaufen — ein struktureller Nachfrageimpuls, der die Bewertungslücke zu US-Peers weiter schließen könnte.
Geplant ist die Ausgabe neuer Aktien im Umfang von rund 2,4 Prozent des gesamten Grundkapitals. Die Erlöse sollen in den Ausbau von Chipfabriken in Yongin (Südkorea) und im US-Bundesstaat Indiana fließen.
Rekordauftrag bei ASML
Parallel zum Börsengangsprozess hat SK Hynix einen Rekordauftrag platziert: 11,9 Billionen Won (rund 7,9 Milliarden Dollar) für EUV-Lithografiemaschinen von ASML — die größte jemals öffentlich bekannte Einzelbestellung eines ASML-Kunden, mit Lieferung bis Ende 2027. Bernstein-Analyst David Dao schätzt, dass die Bestellung rund 30 neue EUV-Maschinen umfasst, die in den Werken Cheongju und Yongin eingesetzt werden sollen.
Der Gesamtumfang der angekündigten Investitionsprojekte ist beträchtlich: Allein die bereits kommunizierten Vorhaben — darunter zwei neue Fertigungsanlagen und der ASML-Vertrag — summieren sich auf 82 Billionen Won. CEO Noh-Jung Kwak nannte auf der Hauptversammlung Ende März ein Nettoliquiditätsziel von umgerechnet rund 75 Milliarden Dollar als Grundlage für die langfristige Wachstumsstrategie.
Risiko: Verwässerung und Rückflusseffekte
Kritiker verweisen auf das sogenannte Flowback-Risiko: Sollten die US-gehandelten ADRs unter den Kurs der heimischen Aktie fallen, könnten Arbitragehändler ADRs in Stammaktien umwandeln und diese auf dem koreanischen Markt verkaufen — mit potenziell dämpfendem Effekt auf den Inlandskurs.
Einen ersten Anlauf mit eigenen Aktien aus dem Rückkaufprogramm hatte SK Hynix bereits verworfen. Nach Kritik, dieser Weg umgehe gesetzliche Einziehungspflichten, annullierte das Unternehmen im Februar Aktien im Wert von rund 12,24 Billionen Won — entsprechend 2,1 Prozent des Grundkapitals.
Die Aktie legte heute um rund 5,5 Prozent auf 876.000 KRW zu, nachdem sie am Vortag im Zuge breiter Marktverwerfungen deutlich nachgegeben hatte. Am 29. April legt SK Hynix seinen nächsten Quartalsbericht vor — die Zahlen dürften die finanzielle Grundlage für den gesamten US-Listing-Plan in einem neuen Licht erscheinen lassen.
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