SK-Group-Chairman Chey Tae-won hat am heutigen Donnerstag erstmals persönlich Aktien von SK Hynix gekauft. Der Konzernchef erwarb 3.620 Stammaktien für umgerechnet rund 4,79 Milliarden Won – nach eigenen Angaben sein erster Direktkauf überhaupt, nachdem er bislang nur indirekt über die Beteiligungsgesellschaft SK Square an dem Speicherchiphersteller beteiligt war. Die Order blieb bewusst unter der Schwelle von 5 Milliarden Won, ab der eine 30-tägige Vorabmeldepflicht greifen würde, wie Seoul Economic Daily berichtete.
Chey begründete den Schritt mit seiner Überzeugung von der langfristigen Nachfrage nach Speicherchips. „Speicherchips werden weiterhin gebraucht, der Aktienkurs wird sich mit der Zeit nach oben entwickeln“, zitierte ihn The Korea Herald. Gegenüber Korea JoongAng Daily äußerte er sich ähnlich: Die Nachfrage nach Speicherchips werde anhalten, das Halten der Aktien sei ein guter Weg zur Vermögenssicherung. Seoul Economic Daily berichtete zudem, dass weitere Käufe in ähnlicher Größenordnung folgen könnten.
Kurssturz von Rekordhoch trifft auf starke Zahlen
Der Kauf des Konzernchefs fällt in eine Phase heftiger Kursverluste. Seit dem Rekordhoch von 2.987.000 Won am 25. Juni hat die Aktie deutlich an Wert verloren und schloss am Mittwoch bei 1.401.000 Won. Am heutigen Donnerstag geht es um weitere 5,64 Prozent auf aktuell 1.322.000 Won nach unten – nach Rückgängen von rund 14,65 Prozent am Montag und 9,61 Prozent am Mittwoch, wie UPI berichtete. Gemessen am 52-Wochen-Hoch notiert das Papier damit 55,74 Prozent tiefer, seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 103,48 Prozent zu Buche.
Dabei fallen die Kursverluste in eine Phase, in der SK Hynix operativ Rekordzahlen vorlegte. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 79,3 Billionen Won, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn kletterte auf 60,5 Billionen Won und damit um 557,2 Prozent – verfehlte aber die Konsensschätzungen um rund 6 Prozent. Grund dafür sind laut TweakTown langfristige Lieferverträge (LTAs), über die rund die Hälfte des Umsatzes läuft und die eine vollständige Weitergabe steigender DRAM-Preise begrenzen. Die Massenproduktion von HBM4 hat begonnen, Analysten erwarten laut TweakTown im dritten Quartal einen Preisanstieg bei Speicherchips von über 30 Prozent sowie ein anhaltendes Angebotsdefizit bis 2028.
Analysten uneins über Kursziele
Die Reaktion der Analysten auf die Zahlen fällt gespalten aus. Korea Investment & Securities hob das Kursziel um 23,7 Prozent auf 4,7 Millionen Won an und verwies laut Korea JoongAng Daily auf anhaltende KI-Infrastrukturinvestitionen und eine drohende Speicherknappheit. Shinhan Investment strich sein Ziel dagegen deutlich auf 2,7 Millionen Won zusammen. Die übrigen Häuser bewegen sich mit Zielen zwischen 2,2 und 3,4 Millionen Won in der Bandbreite dazwischen, die meisten behalten jedoch ihre Kaufempfehlung bei. Auch die japanische Investmentbank Nomura zählt zu den Optimisten: Analystin Cindy Park führt die Korrektur am koreanischen Gesamtmarkt auf technische Faktoren zurück, darunter Nettoverkäufe ausländischer Investoren von 15,8 Billionen Won zwischen dem 22. Juni und 24. Juli sowie Kapazitätsgrenzen des staatlichen Pensionsfonds. Nomura hatte sein Kursziel für SK Hynix bereits im Mai von 2,34 auf 4 Millionen Won und im Juni weiter auf 4,7 Millionen Won angehoben.
Auch international meldeten sich Analysten zu Wort. Die Schweizer Großbank UBS nahm die Nasdaq-notierte Depositary-Receipt-Aktie von SK Hynix am heutigen Donnerstag erstmals mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 204 US-Dollar in die Bewertung auf. UBS-Analyst Nicolas Gaudois verwies auf die robuste Nachfrage durch agentenbasierte KI-Anwendungen sowie einen erwarteten Marktanteil von 48 Prozent bei HBM-Speicherchips im laufenden Jahr. Barclays geht mit einem Kursziel von 300 US-Dollar noch weiter.
Verkaufsdruck durch ausländische Investoren
Der Kursrutsch bei SK Hynix ist Teil einer breiteren Bewegung am südkoreanischen Markt. Ausländische Investoren verkauften im Juli laut International Business Times KR Aktien von SK Hynix und Samsung im Wert von umgerechnet fast 20 Billionen Won, während koreanische Privatanleger in ähnlichem Umfang zukauften. Der Leitindex Kospi fiel am heutigen Donnerstag um weitere 1,23 Prozent, nachdem gehebelte Einzelaktien-ETFs die Ausschläge nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter verstärkt hatten. Südkorea hat inzwischen die Neuzulassung solcher Hebelprodukte ausgesetzt. Für Anleger bleibt der Kontrast bemerkenswert: Rekordgewinne auf der einen, ein historischer Kursverfall auf der anderen Seite – und mittendrin der Konzernchef, der mit seinem ersten Aktienkauf ein persönliches Vertrauenssignal setzt.
SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SK Hynix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
