SK Hynix hat eine Schwelle erreicht, die weltweit nur wenigen Unternehmen vergönnt ist. Der südkoreanische Speicherchiphersteller überschritt am Freitag erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar — und wurde damit zum zweiten südkoreanischen Konzern nach Samsung Electronics, dem dieser Sprung gelang.
Kursrally ohne Pause
Die Aktie schloss am 29. Mai 2026 bei 2.333.000 Won, einem Plus von knapp zwei Prozent auf Tagesbasis. Intraday markierte das Papier ein neues Allzeithoch bei 2.379.000 Won. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um rund 245 Prozent vervielfacht — ein Anstieg, der selbst im aufgeheizten KI-Umfeld heraussticht.
Treiber dieser Entwicklung ist die anhaltend starke Nachfrage nach High Bandwidth Memory, kurz HBM. Diese Hochleistungsspeicherchips sind das Herzstück moderner KI-Beschleuniger, und SK Hynix gehört zu den wichtigsten Lieferanten für die großen KI-Hardwareentwickler weltweit. Das Unternehmen profitiert damit direkter als jeder andere Chiphersteller vom Ausbau der KI-Infrastruktur.
Samsung im Rückspiegel
Noch vor einem Jahr war SK Hynix weniger als halb so viel wert wie Samsung Electronics. Diese Lücke hat sich dramatisch verringert. Am Donnerstag lag der Bewertungsabstand zwischen beiden Konzernen bei nur noch rund sieben Prozent — ein historischer Tiefstand. Samsung legte zwar am Freitag ebenfalls zu, nachdem eigene HBM-Fortschritte bekannt wurden. Dennoch zeigt die Annäherung, wie stark der Markt spezialisierte KI-Infrastruktur bewertet — und wie wenig Samsungs breites Konsumergeschäft derzeit im Kurs honoriert wird.
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Institutionelle Rebalancierungen als Gegenwind
Nicht nur Privatanleger treiben den Kurs. SK Hynix wurde gemeinsam mit Micron und Samsung als strategischer Infrastrukturpartner in Anthropics milliardenschwerer Series-H-Finanzierungsrunde genannt — ein Signal für die zentrale Rolle des Unternehmens beim physischen Aufbau generativer KI-Modelle.
Allerdings erzeugt die Geschwindigkeit des Kursanstiegs auch strukturellen Verkaufsdruck. Fondsmanager wie GAM Investment Management und Jupiter Asset Management mussten ihre Positionen reduzieren, um interne Obergrenzen von zehn Prozent je Einzeltitel einzuhalten. Diese erzwungenen Rebalancierungen führten zu erheblichen Nettoabflüssen aus SK Hynix — und dämpften den Anstieg zumindest am Rand.
Mit einem RSI von knapp 69 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 78 Prozent bewegt sich die Aktie in einem technisch überhitzten Terrain. Wie lange institutionelle Zwangsverkäufe den Kurs bremsen und wann die nächste HBM-Lieferrunde konkrete Zahlen liefert, wird die Richtung der kommenden Wochen bestimmen.
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