Die Aktie von SK Hynix ist am heutigen Montag um 8,3 Prozent gestiegen und notiert bei 1.783.000 Won. Der Sprung reiht sich in eine Serie kräftiger Kursgewinne der vergangenen Wochen ein: Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier um 25 Prozent zugelegt.
Getragen wird die Bewegung von einer branchenweiten Rally bei Speicherchip-Werten, ausgelöst durch neue Signale, dass der Angebotsengpass bei Speicherbausteinen länger anhalten könnte als bislang erwartet. Neben SK Hynix profitierten auch Micron und SanDisk von dem Trend.
Analysten bleiben zuversichtlich
Zwei große Häuser haben ihre positive Einschätzung zuletzt bekräftigt. Bernstein bestätigte am Freitag seine Kaufempfehlung für SK Hynix, nachdem bereits zuvor in der Woche Citi bei seinem Buy-Rating geblieben war. Beide Einschätzungen fallen in eine Phase, in der der Speicherchip-Sektor insgesamt von der Aussicht auf anhaltend knappes Angebot profitiert – ein Umstand, der die fundamentale Story hinter dem jüngsten Kursanstieg stützt.
Hintergrund der Rally ist auch eine Aussage von Konzernchef Kwak Noh-Jung, der vor rund zwei Wochen im Zuge des Spatenstichs für das neue Packaging-Werk in Indiana erklärt hatte, der aktuelle Speicherchip-Engpass werde ohne klare Anzeichen einer Entspannung bis Ende 2030 anhalten. Damit hatte SK Hynix seine frühere Prognose, wonach die Knappheit bei Standard-DRAM bis 2028 andauern sollte, deutlich nach hinten ausgedehnt. Diese Einschätzung wirkt bis heute als Rückenwind für die Bewertung des Unternehmens, auch wenn sie kein tagesaktuelles Ereignis mehr ist.
Solidigm-Finanzierung weiter unklar
Für Unsicherheit sorgt dagegen eine offene Frage aus der vergangenen Woche: SK Hynix dementierte am Donnerstag Medienberichte, wonach bereits eine Entscheidung über eine Vorab-IPO-Finanzierung für die NAND-Tochter Solidigm in Höhe von 5 Billionen Won gefallen sei.
Das Unternehmen stellte klar, dass eine solche Entscheidung noch nicht getroffen wurde. Anleger dürften diesem Thema in den kommenden Wochen besondere Aufmerksamkeit widmen, da eine Finanzierungsrunde für Solidigm erhebliche Bedeutung für die Kapitalstruktur des Gesamtkonzerns hätte.
Ausbau in den USA schreitet voran
Parallel dazu treibt SK Hynix seine Expansion in den Vereinigten Staaten voran. Am neuen Standort in Indiana soll die Serienproduktion der nächsten HBM4E-Generation im dritten Quartal 2029 beginnen.
Das Projekt, in das mehr als 4 Milliarden Dollar fließen, soll die Präsenz des Unternehmens auf dem US-Markt für hochleistungsfähige Speicherchips für KI-Anwendungen weiter stärken. Die Investition fügt sich in ein Muster, in dem SK Hynix seine Kapazitäten gezielt dort ausbaut, wo die Nachfrage nach KI-Speicherlösungen am stärksten wächst.
Die Kombination aus verlängerter Engpass-Prognose, bestätigten Analystenurteilen und einer weiterhin offenen Solidigm-Frage zeichnet ein Bild eines Unternehmens, das operativ von der aktuellen Marktlage profitiert, dessen Kapitalmaßnahmen aber noch nicht final geklärt sind.
Der nächste Termin, an dem sich diese Fragen konkretisieren könnten, ist der für den 27. Oktober angesetzte Quartalsbericht – dort dürfte sich zeigen, ob sich die operative Stärke aus dem zweiten Quartal fortsetzt und ob zur Solidigm-Finanzierung inzwischen Klarheit besteht.
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