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SK Hynix Aktie: 750 Milliarden mit Nvidia

SK Hynix sichert sich ein 750-Milliarden-Dollar-Abkommen mit Nvidia, während die Aktie aufgrund von Branchen- und Rechtsunsicherheiten einbricht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fünfjährige Liefervereinbarung mit Nvidia
  • Aktie verliert trotzdem über acht Prozent
  • Quartalszahlen am Mittwoch im Fokus
  • Gerichtsurteil belastet Konzernführung

SK Hynix steckt in einem Widerspruch, wie ihn nur wenige Aktien derzeit zeigen. Am Wochenende sickerte ein Lieferabkommen mit Nvidia im Volumen von 750 Milliarden Dollar durch. Nur zwei Tage zuvor war die Aktie um mehr als acht Prozent eingebrochen. Diese Woche muss der Speicherchip-Hersteller beweisen, welche der beiden Kräfte stärker ist.

Ein Deal historischen Ausmaßes

Am Samstag bestätigte ein hochrangiger Berater des südkoreanischen Präsidenten bei einem Besuch in San Francisco die Details. SK Hynix hat sich auf eine fünfjährige Kooperation mit Nvidia geeinigt. Der Konzern liefert Speicherchips für Nvidias KI-Hardware.

Das Abkommen ist Teil einer noch größeren Allianz. Südkoreanische Chiphersteller kooperieren mit US-Technologiekonzernen wie OpenAI und Anthropic, das Gesamtvolumen liegt bei 950 Milliarden Dollar. SK Hynix soll davon High-Bandwidth-Memory-Chips und fortschrittliche KI-Halbleiter im Wert von schätzungsweise 750 Milliarden Dollar liefern. Präsident Lee Jae-myung und Nvidia-Chef Jensen Huang verhandelten den Deal persönlich.

Für SK Hynix bedeutet das: Der Konzern sichert sich eine zentrale Rolle im KI-Infrastruktur-Boom. Und das trotz wachsender Konkurrenz im Speicherchip-Markt.

Warum die Aktie trotzdem abstürzte

Die gute Nachricht kam zu spät, um den Freitag zu retten. SK Hynix schloss bei 1.759.000 Won — ein Tagesverlust von 8,34 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf fast 32 Prozent. Vom Rekordhoch aus Ende Juni ist die Aktie inzwischen mehr als 41 Prozent entfernt.

Drei Faktoren trieben den Ausverkauf. Erstens: Alphabets jüngster Quartalsbericht löste branchenweite Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien aus, der gesamte Halbleitersektor geriet unter Druck. Zweitens sorgt ein Gerichtsurteil für Unsicherheit in der Konzernspitze — ein Seouler Gericht verurteilte SK-Group-Chairman Chey Tae-won zu einer Scheidungszahlung von umgerechnet knapp einer Milliarde Dollar, was Fragen zu den Eigentumsverhältnissen aufwirft.

Drittens spielt technische Marktmechanik eine Rolle. Am 29. Juli öffnet das Umtauschfenster zwischen den in den USA gehandelten ADRs und den koreanischen Aktien. Das drückt bereits jetzt auf die Prämie der US-Papiere und löst zusätzlichen Verkaufsdruck in Seoul aus.

Die Woche der Wahrheit

Am Mittwoch, den 29. Juli, legt SK Hynix seine Quartalszahlen vor. Der Konsens aus 14 lokalen Banken rechnet mit einem operativen Rekordgewinn von 64,1 Billionen Won. Der Umsatz soll bei 84,1 Billionen Won liegen, getrieben von der Nachfrage nach HBM3E- und HBM4-Speicherchips.

Sollten diese Werte eintreffen, würde der operative Gewinn des ersten Halbjahrs 2026 erstmals die Marke von 100 Billionen Won überschreiten. Das würde zeigen, wie profitabel das spezialisierte KI-Speichergeschäft von SK Hynix inzwischen arbeitet.

Der RSI von 40,1 signalisiert eine Aktie nahe der überverkauften Zone, kurz vor diesem entscheidenden Termin. Investoren richten den Blick jetzt auf zwei Fragen: Bestätigt der Ausblick die Wirkung des Nvidia-Deals? Und wie konkret äußert sich der Vorstand zum geplanten Investitionsprogramm von 26,5 Milliarden Dollar für die nächste Generation von Produktionsanlagen?

Der Quartalsbericht am Mittwoch dürfte damit mehr klären als nur die Zahlen des zweiten Quartals. Er zeigt, ob der Nvidia-Pakt die Sorgen um Governance und Marktmechanik aufwiegen kann.

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Diskussion zu SK Hynix

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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