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SK Hynix Aktie: 750-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Nvidia

SK Hynix erzielt Rekordgewinne, enttäuscht aber Analystenerwartungen. Die Aktie fällt stark, während Experten dennoch Kaufgelegenheiten sehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordumsatz und -gewinn im zweiten Quartal
  • Aktie fällt trotz starker Zahlen
  • Analysten senken Kursziele, bleiben optimistisch
  • HBM4-Produktion und Milliarden-Deals als Zukunftsbasis

SK Hynix hat im zweiten Quartal 2026 das beste Ergebnis seiner Firmengeschichte vorgelegt – und wird dafür an der Börse bestraft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 79,3187 Billionen Won bei einem operativen Gewinn von 60,5426 Billionen Won, was einer Marge von 76 Prozent entspricht. Im Jahresvergleich wuchs der Umsatz um 257 Prozent, der Betriebsgewinn um 557 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 93,9226 Billionen Won, ein Plus von rund 1.243 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte übersprang der kumulierte Halbjahresumsatz die Marke von 100 Billionen Won.

Dennoch reagierten Anleger am Mittwoch mit einem Kurssturz. Die Aktie schloss laut Marktdaten bei 1.401.000 Won. Am heutigen Donnerstag setzt sich die Talfahrt fort: Der aktuelle Kurs liegt bei 1.322.000 Won, ein Tagesminus von 5,64 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 31,8 signalisiert damit eine überverkaufte Aktie – ein Niveau, das mehrere Analysten inzwischen als Kaufgelegenheit werten.

Warum die Zahlen trotzdem enttäuschten

Der Grund für den Ausverkauf liegt nicht in schwachen Zahlen, sondern in verfehlten Erwartungen. Der operative Gewinn blieb laut Yonhap-Infomax-Konsens von 63,5526 Billionen Won um 4,7 Prozent zurück, der Umsatz verpasste Schätzungen von rund 84 Billionen Won. Der Vorsteuergewinn erreichte durch den Verkauf der Kioxia-Beteiligung sogar 122,7083 Billionen Won, doch die Telefonkonferenz des Managements lieferte laut Berichten kaum Details zu HBM-Preisen, langfristigen Lieferverträgen oder der Guidance – ein Umstand, den Investoren negativ aufnahmen.

Der Rückschlag bei SK Hynix fiel zudem in eine ohnehin nervöse Marktphase. An der koreanischen Börse KOSPI lösten Kursstürze zeitweise Handelsunterbrechungen aus, rund drei Viertel aller notierten Werte lagen unter dem Buchwert. Gehebelte Anlegerpositionen wurden in großem Umfang liquidiert, private Verluste summierten sich auf zweistellige Billionenbeträge. Auch die Analysten von Business Insider berichten, dass die Aktie im Tagesverlauf zeitweise deutlich stärker einbrach, bevor sie den Handel knapp zehn Prozent leichter beendete. Der 52-Wochen-Abstand von der Aktie zu ihrem Rekordhoch bei 2.987.000 Won beträgt inzwischen fast 56 Prozent – ein Ausmaß, das den Erfolgsmeldungen aus dem operativen Geschäft deutlich widerspricht.

Analysten senken Ziele, halten aber an Kaufempfehlungen fest

Trotz der gesenkten Kursziele bleiben die meisten Häuser bei ihrer positiven Einschätzung. Mirae Asset Securities strich das Kursziel um ein Drittel von 4,2 Millionen auf 2,8 Millionen Won zusammen, bestätigte aber das Buy-Rating. Analyst Younggun Kim begründete dies damit, dass der Einfluss chinesischer Konkurrenz begrenzt bleibe und die Spotpreise für DRAM bereits seit über 50 Handelstagen steigen. Nach seiner Einschätzung dürfte der kumulierte freie Cashflow von 2025 bis 2027 rund 440 Billionen Won erreichen, der Kursrückgang sei angesichts der finanziellen Stärke des Unternehmens übertrieben.

Auch Daishin Securities kappte das Ziel, von 3,9 Millionen auf 3,2 Millionen Won, hält aber ebenfalls an Buy fest. Analyst Ryu Hyung-geun verweist auf intaktes Wachstumspotenzial im KI-Zyklus: Das globale DRAM-Produktionswachstum werde 2027 im niedrigen bis mittleren zwanziger Prozentbereich liegen, die Server-DRAM-Nachfrage bis dahin um mehr als 50 Prozent steigen. Da die Nettobarreserven von SK Hynix bereits die Marke von 100 Billionen Won überschritten hätten, seien Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden möglich. Weitere Häuser wie Kiwoom, SK Securities, Shinhan, NH und Samsung Securities bewegten sich mit ihren neuen Zielen zwischen 2,2 und 4 Millionen Won – Korea Investment stach mit einer Anhebung auf 4,7 Millionen Won als Ausreißer nach oben hervor.

HBM4 und Milliarden-Lieferverträge als Rückgrat der Zukunft

Operativ liefert SK Hynix genau jene Argumente, auf die sich die Optimisten stützen. Im zweiten Quartal begann die Massenproduktion des Speicherchips HBM4, erste Muster der Weiterentwicklung HBM4E wurden bereits ausgeliefert. Das Unternehmen hat mit mehr als zehn Großkunden aus dem Technologiesektor langfristige Lieferverträge über rund fünf Jahre abgeschlossen, die laut The Elec Inc. Anzahlungen und feste Abnahmeverpflichtungen enthalten und Planungssicherheit schaffen sollen. Am 25. Juli wurde zudem eine auf fünf Jahre angelegte Liefervereinbarung mit Nvidia und weiteren Partnern über insgesamt 750 Milliarden Dollar bekannt.

Firmenpräsident Song Hyun-jong betonte laut The Elec Inc., der Kapazitätsausbau richte sich strikt nach der Kundennachfrage, ein Überangebotsrisiko sieht das Management daher als begrenzt an. Für 2026 wurde die Investitionsplanung auf einen Bereich von knapp 50 Billionen Won angehoben, für 2027 sind Anlageinvestitionen von mehr als 40 Billionen Won vorgesehen – unter anderem für die beschleunigte Fabrik M15X in Cheongju und einen neuen Reinraum in Yongin, der Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen soll. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von deutlich über 100 Billionen Won bei einem operativen Gewinn von rund 80 Billionen Won – Zahlen, die zeigen, dass der eigentliche Wachstumsmotor des Unternehmens trotz des Kursbebens intakt bleibt.

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Diskussion zu SK Hynix

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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